Die Profis - Die Verfolgung (VHS Auskopplung)
Die Profis - Die Verfolgung
Dakar, Georgetown, Istanbul: mit fernen und klangvollen Namen wird eingangs schon in der Folge um sich geworfen, Manche reisen von daher an, Andere werden dahin abgeschoben. Mit weltumspannenden Geschehen, persönlichem Engagement und großen Problemen wird sich in “Wo endet der Dschungel?“ (1978) befasst, mit Gefahrenabwehr von jetzt und mit Ereignissen von früher. Die Bedrohung kommt durch eine bunt gewürfelte Mannschaft, eine Truppe aus alten Kriegstagen, es fehlt eigentlich nur noch Bodie in der reaktivierten Einheit, dann könnte man mit ihnen Angola erobern. Stattdessen wird nur eine Bank überfallen, Scheiben zersplittert und eigene Strassensperren zum Aufhalten der heranrückenden Polizei ausgerollt. Der Überfall ist dabei nicht einmal der Clou und nicht das Spektakel, das Massaker kommt erst im Anschluss, bei der groß angelegten Verfolgung. Angola könnte man erobern, stattdessen wird London verschrottet, Einsatzwagen rasen in den Straßengraben und Polizeibeamte reichhaltig beschossen, selbst die Kampfflugzeuge der Royal Air Force eingesetzt, verlagert sich die bleihaltige Flucht doch von der Straße in die Wolken. Und wieder zurück auf den Boden, in modernen Dschungelkampf, was der Folge seinen Titel beigibt.
Die Profis sind dabei lange Zeit aussen vor, sind hinterher und am Befragen und am Ermitteln, kommen beim nächsten Coup des Überfalls (angeführt durch Gaststar David Suchet als Bodies Nemesis) auf eine nukleare Wiederaufarbeitungsanlage gar zu spät und sehen nur das Ergebnis; was das Hauptaugenmerk auf die Konstellation der Bankräuber in Uniform legt und deren Konfliktpotential, die Reibereien untereinander, die aus dem Soldatenleben mitgebrachte Hierarchie und Aufteilung in Befehlshaber und Bütteln. Eine gleichzeitig spartanisch gehaltene Episode und interessante, Actionszenen gleichzeitig überraschend groß, aber mit Einsatz von Schnellraffer und damit mit Fehlern, Schauplätze lassen sich aufteilen nach urban und provinziell sowie reich und meist arm.
In “Terror kennt keine Grenzen“ (1978) geht es um die berüchtigte Myer-Helmut-Gruppe, Germanen also, Anarchisten, Fanatiker, die in den letzten Jahren weltweit gewütet haben und nun in Großbritannien, mit einem Mordanschlag am Flughafen per Giftspritze bereits das erste hochrangige Opfer gefunden haben und so auch im Fokus des CI5 angekommen sind. Ein Auftrag auch für Bodie und Doyle, aber nicht nur, sieht man beim Mission Briefing im Konferenzraum auch eine ganze Reihe weiterer Mitarbeiter, die sich den Vortrag vom Vorgesetzten Cowley anhören und fleissig ihre Stifte spitzen. Bodie ist allerdings nicht zu sehen, Bodie ist nicht einsatzfähig, da krankgeschrieben, mit einer Handverletzung, die ihn wenig tauglich für den Außendienst macht und dem Einsatz der Schusswaffe vor allem.Natürlich kommt es wie es kommen muss, stolpert er beim lauschigen Ruderausflug mit der Frau der Woche über Myer und damit den Anführer der Terroristen, wobei er diesen zwar überwältigen kann, die anderen drei allerdings nicht. Folgend schliesst sich eine Hetzjagd durch das alte England, vorbei an kleinen Flußarmen, an Staudämmen, über die Landstraße an den Pubs vorbei und von der Marina mit den liegenden Booten an.
Eine enge Episode, eine stramme Folge, mit einer längeren Verfolgung startend und in eine “Close Quarters“ - Belagerung eines Pfarrerhauses übergehend.“Ihr seid Engländer. Ihr versteht sowieso nichts von Politik. Woher solltet ihr auch. Ihr tötet nur aus niederen Instinkten. Manchmal nur aus purer Verzweiflung.“ heisst es dann bald seitens der Aktivisten, kurz bevor man einen Vikar blutig aus dem Fenster schiesst und in den Frontalangriff übergeht. Ein verbales Psychoduell findet auch statt, ein Nerventhriller, zwischendurch brennen die Sicherungen durch, bei den Mädels mit den erstaunlich grünen Augen vor allem, haben so einige der beteiligten Personen eigentlich nichts mit der Sache zu tun, sind am falschen Ort zur falschen Zeit nur, manche auch bestenfalls Mitläufer, während wiederum andere (inklusive dem Drehbuchautor, Serienerfinder Brian Clemens) plakativ die großen Reden und die Männer ihre Fäuste schwingen.