Vor seiner Haustür findet Arzt Eugene Grimes die bewusstlose Callilou Carter mit einer Kugel im Hals und einem Aktenkoffer mit 2 Millionen Dollar. Ohne zu wissen, was es mit der verwundeten Frau auf sich hat und wo das viele Geld herkommt, findet er sich plötzlich in einem Labyrinth aus Verrat, Mord und Rache wieder. Police Captain Jefferson hat Grimes zunächst im Visier, gerät jedoch bei seinen weiteren Ermittlungen auf eine ganz andere Spur.
Mein Hauptgrund sich den Thriller Bad City Blues anzuschauen hatte sich bereits nach 10 Minuten erledigt, was genau der Zeitpunkt ist, an dem Dennis Hopper sich durch eine Kugel aus dem Film verabschiedet. Den Rest des Films muß dann die zweite Reihe bestreiten und da liegt doch einiges im Argen zumal Regie, Script und Editing nun wirklich nicht zu den Besten ihres Fachs gehören. Wer nämlich aufgrund des Titels auf einen spannenden Heist Movie hofft, der wird eine ziemliche Enttäuschung erleben. Dieser findet zwar kurz zu Beginn statt, aber damit hat sich das Thema Action schon weitgehend verabschiedet. Regisseur Michael Stevens war nicht der Meinung, das Action louder than Words ist, sondern eher umgekehrt.
Es ist zu Beginn schon mal mühselig genug sich mit den ganzen Charakteren und ihren jeweiligen Beziehungen untereinander zu beschäftigen. Da haben wir den Arzt Eugene Grimes, der so etwas wie der Protagonist des Ganzen wird, die Frau des erschossenen Hoppers, die mit der Kohle aus ihrem tristen Dasein ausbrechen will und mit ihrem 8-jährigen Bengel ein neues Leben anfangen möchte, den korrupten Cop Jefferson, der natürlich auch gerne mit dem Geld seine Pensionskasse aufbessern möchte und den Chef des Banküberfalls Luther, der wiederum Grimes aus Army Tagen kennt und sich sogar am Ende als dessen Bruder entpuppt und fortan auf der Jagd ist.
Dieser vergleichsweise dröge Erzählstil wird dann aber auch munter fortgesetzt. Manchmal hat man das Gefühl das die einzelnen Szenen wahllos aneinandergereiht worden sind, ohne darauf zu achten, ob das überhaupt paßt oder wenigstens dem Fortschritt der Story dient. Mehr als das übliche „jeder bescheißt jeden, so gut es nur geht“ fällt den Machern auch nicht ein und durch die zahlreichen langen Dialogpassagen erschlägt sich der Film im Grunde selbst. Da hat natürlich jede der Hauptfiguren andere Gründe als sie zunächst vorgibt, aber das hat man als erfahrener Zuschauer ohnehin nicht anders erwartet, so bleiben dann auch die zart angedeuteten Twists ohne jegliche Wirkung.
Die 18er Freigabe ist dann natürlich auch ein besserer Gag. Es gibt zwar ein paar blutige Einschüsse und eine von der Seite gefilmte Operation, aber da ist eigentlich nichts dabei, was man nicht schon bei 16er Aufklebern gesehen hätte. Die Darsteller sind so etwa unteres Mittelmaß, das geht noch einigermaßen. Auffällig ist da höchstens, das Hauptdarsteller Michael Massee mühelos als JC Van Damme Double durchgehen könnte (mußte echt mehrmals hinschauen, obs nicht doch der Belgier war). Dennoch muß man konstatieren, das Bad City Blues als ein kreuzlangweiliger New Orleans Thriller mit einem ausgeprägten melancholischen Touch daherkommt. Brauchen tut den allerdings niemand.
3/10