Die Jugendliche Rin ist an ihrer Schule eine Außenseiterin, von Highschool-Diven gehänselt und süßen Jungs ignoriert. Zu ihrem 16. Geburtstag wird ihr ein fatales Geheimnis offenbart: Sie und ihre Eltern sind Hilkos, Mitglieder einer alten Mutantenrasse, die in Vergessenheit geriet. Pech, dass dies auch das Mutanten-Sondereinsatzkommando mitbekommt und Rins Eltern zu Püree ballern. Rin schließt sich daraufhin einem Klan rebellischer Mutanten an, die auf ihre Rechte pochen und endlich Rache für ihre jahrelange Unterjochung fordern…
Mit MUTANT GIRLS SQUAD schneit uns sozusagen ein Gipfeltreffen der Oberbekloppten ins traute Heim. Erstmals haben sich nämlich die Macher von MACHINE GIRL und die von TOKYO GORE POLICE, zweier mittlerweile zu Neo-Klassikern avancierten Splatterstreifen, zusammengefunden, um in eine kranke Welt einen noch viel kränkeren Film zu bolzen. Fans des comichaften und maßlos übertriebenen Nippon-Splatters dürfte es vor Vorfreude förmlich zerrissen haben, doch das brave Ausharren hat sich durchaus gelohnt.
Das Resultat ist, wie die namhaften Vorgängerwerke, maßlos brutal und zudem gespickt mit irrwitzigen Einfällen. Es treten Samurai-Polizisten auf, ähnlich derer in TOKYO GORE POLICE. Diese tragen Pimmelnasen-Masken, die ihnen als Maschinepistole dienen. Besonders bei den zahlreichen Mutationen wird Phantasie unter Beweis gestellt. Hier finden sich u.a. eine Arsch-Kettensäge, Titten-Katanas, ein Mädel mit einem Tentakelarm, ein anderes mit einem Ameisenbär-Rüssel ein. Im Showdown gibt sich ein orgiastischer, Muttermilch um sich spritzender Tittendinosaurier mit Küchenmesserhänden die Ehre – muss man gesehen haben, um es zu glauben.
Die FX reichen von (wohl gewollt) trashigen CGI’s bis hin zu fabulös zelebrierten Latexschlachten. Köpfe werden doppelt und dreifach gespalten oder platzen wie Luftballons auf einem Kindergeburtstag, Gedärme werden ausgekotzt, unschuldige Japanerinnen im CANNIBAL HOLOCAUST-Stil auf Samuraischwerter aufgespießt, ferner schießt das Blut natürlich wieder hektoliterweise und mit 200 bar aus sämtlichen Wunden und Stümpfen.
Die Story, wie sollte es anders sein, unterliegt der FX-Schlacht und dem Ausmaß an bekloppten Einfällen natürlich völlig. Mit diesem Schicksal hatten ja bereits MACHINE GIRL und wie sie alle heißen zu kämpfen. MUTANT GIRLS SQUAD schafft es dennoch ohne gröbere Spannungseinbrüche auszukommen. Klar, Sinn macht die Handlung freilich nur bedingt und um zu verstehen, was so furchtbar witzig daran sein soll, dass sich ein Polizeichef kurz vorm Abnippeln noch mal schnell seine Lieblingsnudeln reinzieht, muss man wohl wirklich Japaner sein. Wer ferner viel Wert auf Moral und Anstand legt, sollte den Streifen bitte auch dringendst meiden.
VERSUS, MACHINE GIRL, TOKYO GORE POLICE, ROBO GEISHA, VAMPIRE GIRL VS. FRANKENSTEIN GIRL… Wer befürchtet, dass der Hype um megakrassen Bodyhorror aus Fernost langsam ausklingt, fürchtet zu Recht. Die Grundidee ist alles andere als neu und wirkt hier bereits etwas altbacken. Irgendwann geht’s halt nicht mehr brutaler oder abgefahrener. Zu vermerken sei auch, dass ein paar Ideen so bescheuert sind, dass man sich kaum mehr darüber amüsieren kann.
Mit dem richtigen Humor bzw. dem Faible für sinnlose und maßlos übertriebe Comicgewalt betrachtet macht der Streifen dennoch richtig Laune und der geneigte Splatter-Fanat wird abermals ordentlich bedient.
Splatter: (+)(+)(+)(+)(-)
Fun: (+)(+)(+)(-)(-)
Rest: (+)(+)(-)(-)(-)
„Du hast ja die Hand abgeschnitten – Ha ha ha ha ha!!!“
Fazit:
Die spinnen die Japsen! Nicht mehr ganz so toll wie MACHINE GIRL oder TOKYO GORE POLICE, als sinnlos bekloppter Comicsplatter-/Bodyhorror-Trash aber definitiv gelungen.