Review

Es ist ein wenig müßig, über asiatischen Trash zu philosophieren, denn wie im vorliegenden Fall scheint es vorrangig um schrille Ideen, jede Menge Blutvergießen und aberwitzige Verwandlungen zu gehen.
Dass die Geschichte entsprechend wenig Logik mitbringt, ist demnach sekundär, vorausgesetzt man ist bereit, sich auf die geballte Ladung Unsinn einzulassen.

Schülerin Rin steht kurz vor ihrem sechzehnten Geburtstag, als die Schmerzen in ihrem rechten Handgelenk einsetzen. Von ihren Mitschülerinnen wird sie aufs Übelste gehänselt, doch an ihrem Geburtstag soll sich schlagartig alles ändern: Ihre Eltern offenbaren ihr, dass sie zur seltenen Gattung der Hilka gehört und verborgene Superfähigkeiten besitzt. Kurz darauf werden ihre Eltern ermordet, Rin kämpft sich durch eine wütende Meute, bis sie von Gleichgesinnten der Hilka in ein geheimes Quartier geführt wird, um den großen Krieg gegen die Menschen vorzubereiten…

Schrill und temporeich geht es von Beginn an zur Sache, es wird zackig gekämpft und das Blut spritzt nur so aus allen Körperöffnungen.
Von der Geschichte bleibt hingegen nur ein vages Gerüst: Es geht um die gemiedene Minderheit, einen ruchlosen Anführer und final um moralische Gewissenskonflikte, da drei Mädchen unter ihnen einst Menschen kannten, die ihnen sehr nahe standen.
Worauf diese uralte Rasse beruht, mit welchen Zielen sie ansonsten handeln und warum es erst jetzt zur großen Auseinandersetzung kommt, bleibt hingegen komplett im Dunkeln.

So wird Rin trainiert, körpereigene Mutationen werden reihum präsentiert und alle paar Minuten kommt es zu Konflikten in - und außerhalb der Gruppe.
Dabei werden Köpfe mehrfach gespalten, Hände und Beine abgetrennt, Augäpfel ploppen, es wird aufgespießt und enthauptet und aus einem Bäcker per Schwert ein Baguette geformt.
Die Effekte kommen ausschließlich per CGI, die meisten schauen recht minderwertig aus und auch diverse Explosionen oder fliegende Extremitäten sind deutlich als Computereffekt sichtbar.

Das hohe Tempo und die lange Reihe von irren Verwandlungen hält die auf wackeligen Beinen stehende Chose jedoch aufrecht.
Eine Kämpferin hat bewegliche Würmer an den Extremitäten, eine ist mit einer Kettensäge im Arsch ausgestattet, unsere Heldin wehrt sich erfolgreich mit einer variablen Krallenhand und ein eher stiller Mutant kann gar Feuerbälle spucken und Hände und Füße aus hoher Distanz fernbedienen.
Natürlich wibbeln auch die billigen Körpererweiterungen wie preisgünstiges Latex durch die Sets, doch wenn Trash, dann auch die volle Dröhnung.

Dazu gesellen sich selbstverständlich auch die Mimen, welche gerne mal mit grotesken Fratzen in Nahaufnahme eingefangen werden, wobei niemand eine hilfreiche Figurenzeichnung erfährt.
Selbst Hauptfigur Rin ist zwar eine kämpferische Person mit Mut und Moral, doch über ihr Innenleben erfährt man zu keiner Zeit etwas.
Ein Bösewicht kristallisiert sich hingegen erst zum Showdown heraus, da hält sich das Mitfiebern ohnedies in Grenzen, da es keine deutlich verfeindeten Lager gibt und man weder mit den menschlich aussehenden Mutanten, noch mit den namenlosen Zivilisten mitleidet.

Vorausgesetzt ist also ein deutliches Faible für japanischen Trash mit bunten Klamotten, einer Menge Blutvergießen auf qualitativ niedrigem Niveau und bizarren Erscheinungen, die sogar zwei lange Schwerter inmitten einer weiblichen Brust implizieren.
Ein ordentliches Tempo und enorm viel Bewegung sorgen zwar insgesamt für Kurzweil, doch Sinn ergibt das alles im Endeffekt nicht.
6 von 10

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