Review

Vorsicht, Review könnte Spoiler enthalten!

Animationsfilme sind einfach nicht tot zu kriegen. Immer wenn man denkt, dass dieses Thema doch nun langsam ausgelutscht sein müsste, kommen immer wieder Animationsfilme, die einen ans Herz gehen. Diesmal haben wir es hier nicht mit einem Pixar, Dreamworks oder Fox Animation Film zu tun. Somit ist die große Frage, ob dieser Film, mit der unfassbar misslungenem deutschen Übersetzung "Ich - Einfach unverbesserlich", mit diesen 3 großen Animationsschöpfern mithalten kann. Nun, zunächst braucht sich dieser Streifen nicht vor den anderen Filme zu verstecken, er funktioniert, aufgrund des super sympathischen Hauptcharakters, einfach wunderbar. Jedoch muss man ganz klar sagen, dass hier viel Potenzial verschenkt wurde. Somit kann der Film z.B. nicht mal ansatzweise mit dem überragendem Dreamworks-Film "Drachenzähmen leicht gemacht" mithalten. Aber worum geht es in diesem Film eigentlich? Es geht um den grimmigen Gru, der eine ziemlich kriminelle Energie in sich hat. Sein Lebensziel ist es, sämtliche Sehenswürdigkeiten zu klauen. Leider ist er mit dieser Aufgabe eher mittelmäßig erfolgreich. Als sein großer Konkurrent Vector die Pyramide von Ägypten klaut, reicht es Gru endgültig und er beschließt, dank eines Schrumpfstrahlers, den größten Coup aller Zeiten : Den Diebstahl vom Mond. Durch einige Umstände muss er dann jedoch 3 kleine, zuckersüße Mädchen adoptieren, die er anfangs nur als Mittel zum Zweck benutzt. Nun, wie ich bereits erwähnt habe, verschenkt der Film viel Potenzial. Das liegt größten Teils daran, dass man zu wenig Charaktertiefe geboten bekommt. Der Übergang vom griesgrämigen Dieb zum netten, aber auch einsamen Familienvater kam viel zu plötzlich und hätte viel ausgereifter inszeniert werden müssen. Zudem hätte ich gern noch viel mehr Geschichten aus Gru's Vergangenheit gesehen, vor allem aber hat mir eine sehr wichtige Konfrontation mit der unsympathischen Mutter von Gru gefehlt. Auch wenn die 3 kleinen Mädchen, Margos, Edith und Agnes, wirklich sehr niedlich sind und man sie schnell ins Herz schließt, wirken sie doch eher sehr blass. Auch hier hätte man viel mehr Hintergrundgeschichten über die einzelnen 3 Mädchen einbauen müssen. Wie kamen die 3 ins Waisenhaus? Wie wurden die 3 Freunde? Wo waren ihre richtigen Eltern? Und die eigentlich bedeutungslose Frage : Wieso trägt Edith immer eine Mütze? Ebenfalls ein großer Kritikpunkt war die Übertreibung beim Finale. Zwar gibt es eine ordentliche Portion Spannung, aber viele Szenen wurden einfach zu flach und eindimensional umgesetzt, wodurch sie eher nur für kleine Kinder witzig sein dürften. Ein kleines bisschen mehr Ernsthaftigkeit hätte dem Film nicht geschadet. Allerdings ist der Film so schlecht, wie ich ihn hier gerade mache im Grunde dann doch nicht. Denn sieht man über diverse Übertreibungen und die bedauerlich, blassen Nebencharaktere hinweg, bekommt man einen sehr sympathischen Animationsfilm geboten, der vor allem durch seinem fantastischen Hauptcharakter lebt. Steve Carell verleiht Gru eine wirklich hervorragende Stimme, besonders sein (ich weiß gar nicht aus welchem Land) Akzent ist einfach himmlisch. Ebenfalls groß erwähnenswert sind die Animation, die zwar lange nicht an Pixar oder Dreamworks Niveau heran reichen, aber dennoch einen ganz eigenen Charme versprühen. Auch hier ist wieder Gru das Hauptaugenmerk, da er wirklich optisch grandios kreiert wurde. Lange dünne Beine und ein fülliger Oberkörper. Wer sich diese Figur ausgedacht hat, ist wahrlich ein Genie. Auch wenn der Film viele Fehler hat und nicht Alles richtig macht, kann ich ihn uneingeschränkt empfehlen. Ein Film für die ganze Familie und ein Film, der allen Kindern garantiert gefallen wird. Nur für die Erwachsenen könnte es, aufgrund der überraschend hohen Bewertungen, leicht enttäuschend werden. Achja wer sich den Film auf deutsch anguckt, darf sich auf die Stimme von Oliver Rohrbeck (Justus Jonas von den "Drei ???") als Gru und Jan Delay als Gegenspieler Vector freuen. Ich empfehle den Film trotzdem auf englisch zu gucken. Auch wenn ich Oliver Rohrbeck mag, an Steve Carells geniale Stimme kommt er nicht ran.


Fazit : Familienunterhaltung pur. Dennoch gibts ein paar Abzüge für die unausgereifte Charaktertiefe, der leichten Übertreibungen in einigen Szenen und wegen dem Ende, dass für mich zu viele Fragen einfach offen lässt. Auf eine Fortsetzung würde ich mich trotzdem freuen.


7,5/10

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