"The Loved Ones" fängt vielversprechend an, krankt aber schnell unter der etwas konfusen Erzählweise. Interessante Ansätze werden zwar aufgegriffen, aber nicht weiterentwickelt, was -und das ist in diesem Fall besonders kontraproduktiv- auch für die Charaktere gilt. Zu hastig und zu oberflächlich hüpft Regisseur und Autor Sean Byrne von einer Szene zur nächsten und lässt sogar Handlungsstränge einfach ins Leere laufen. Stattdessen entwickelt sich das Ganze recht bald zu einer zynisch-stumpfen Gewaltorgie ala "Hostel" u. Ä. Vertreter dieser Genre-Spielart. Das ist nicht gerade originell und wird mMn auch schnell öde. Byrne versucht zwar etwas Ironie in die Schlachtplatte zu bringen und inszeniert die Terrorszenen entsprechend grotesk und überdreht, kann aber auch in dieser Hinsicht nicht überzeugen.
Schade, dass Sean Byrne nichts besseres eingefallen ist, dabei hatte er einen Haufen interessanter Ansätze und sehr gute Darsteller am Start. Doch "The Loved Ones" fehlt es an Substanz und originellen Ideen. Aus der unglücklichen (Horror-)Liebesgeschichte, verbunden mit dem Schmerz des Verlustes eines geliebten Menschen, hätte man nämlich einiges herausholen können. Dafür hätte es jedoch einer ungleich subtileren Herangehensweise und einem besseren Gespür für Charakterzeichnung und Dramatik bedurft. So will dann auch das genüsslich zelebrierte Rache-Ende nicht so wirklich zünden.
Von einem "filmischen Meisterstück", wie es auf dem DVD-Cover heißt, ist "The Loved Ones" m. E. weit entfernt. Dabei hätte er durchaus eines werden können. Das ist sehr schade und ärgerlich. Ein m. E. überbewerterter und enttäuschender Film.