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Der smarte Sam Lombardo (Matt Dillon) ist Highschool-Lehrer in der schicken amerikanischen Küstenstadt Blue Bay, bis er erst von seiner Schülerin Kelly van Ryan (Denise Richards), kurze Zeit später von Suzie Toller (Neve Campell), der Vergewaltigung bezichtigt wird. Bis zur Klärung des Falles wird Lombardo vom Schuldienst enthoben. Der Polizist Ray Duquette (Kevin Bacon) wird mit seiner Partnerin Gloria Perez ( Daphne Rubin-Vega) auf den Fall angesetzt, und schnell merkt man: Hier stinkt etwas ganz gewaltig.

"Ich hasse es, überrascht zu werden." (Sam Lombardo)

Dieser Satz gegen Ende des Films ist eigentlich eine Frechheit, denn die Überraschung ist gerade das Hauptmerkmal des Films. Ständig überfällt sie den arglosen Zuschauer und nimmt dabei keine Rücksicht auf mögliche Gefühle der Sympathie, die für die Personen aufkommen.
Denn der Schein wird in diesem gefälligen Erotikthriller großgeschrieben, der des öfteren der bösen Realität weichen muss. Zu gerne würde man anfangs auf die Highschool gehen, mit ihren fürsorglichen Lehrern segeln und auf den einladenden Sportanlagen , auf denen sich Tennisspieler die Bälle zuspielen und Cheerleader, die Verkörperung der cleanen amerikanischen Sexualität, ihre Beinchen strecken, sich betätigen.
Jedoch: All dies bricht schon beim bloßen Verdacht des Missbrauchs in sich zusammen und man kann sich sicher sein: So beherrschen wie der Hinterwäldler seine Krokodile, die öfters drohend aus den Sümpfen auftauchen, können die Menschen einander nicht.
Die überraschenden Wendungen sind raffiniert gemacht, allerdings werden sie gegen Ende ein wenig zu viel, so dass man sich beim eigentlichen Finale schon denken kann, welche Überraschung noch ansteht, da sich das Schema nicht ändert. Hier wäre ein bisschen weniger wirkungsvoller gewesen. Da sich aber alles wieder schön auflöst, ohne größere theoretische Fehler, wird man doch gut unterhalten.
Sehr clever gemacht ist die Einführung des lustigen Anwalts Kenneth Bowden (Bill Murray), der mit seinen Sprüchen dem Film den nötigen Witz gibt und den Zuschauer ablenkt vom Nachdenken über das bereits Gesehene. So ist die erste Wendung des Films umso effektvoller. Wenn Bill Murray besonders zu loben ist, sind das die anderen Schauspieler ebenso:
Matt Dillon, der egal welche, jede Tat immer mit dem gleichen Gesichtsausdruck begeht, was ihn sehr unberechenbar macht. Sein Spiel passt gut zum Charakter des Sam Lombardo, ebenso bei Denise Richards. Welcher Gedanke bei ihrem nassen Anblick den männlichen Zuschauer befällt, ist klar. Neve Campell hat die wütendste Rolle, welche ihr auch sehr gut steht, während Kevin Bacon zurückhaltend beginnt und für einen Polizisten fast zu korrekt gekleidet ist, mit seiner Hose hochgezogen bis unter die Achselhöhlen.
Wie man sieht, eine Reihe bekannterer Schauspieler treten auf, was dem Film gut bekommt.

Bei "Wild Things" steht mehr das raffinierte Drehbuch, als eine komplexe Charakterzeichnung im Vordergrund. Wenn man bereit ist, sich so überraschen zu lassen, dass das kurz zuvor Gesehene ad absurdum geführt wird, wird man bestens unterhalten. Mehr bekommt man hier nicht zu sehen und so wird der Film wohl bald in den hinteren Gehirnregionen verblassen.

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