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Suzie Toller (Neve Campbell) und Kelly Van Ryan (Denise Richards). Außer das sie an die dieselbe High-School gehen, verbindet die zwei Mädchen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, nur eins. Beide beschuldigen ihren Vertrauenslehrer Sam Lombardo (Matt Dillon), sich an ihnen vergangen zu haben. Das sonst so gute Image des Vorzeigelehrers wird beschmutzt. Er weist jegliche Vorwürfe von sich und will gegen diese Verschwörung angehen. Hinzu kommt, dass auch noch Detective Duquette (Kevin Bacon) im Geschehen mitmischt, der niemandem so richtig traut. Denn schon bald ist nichts mehr so, wie es scheint...

So viel dazu. Mehr zu verraten, wäre an dieser Stelle wahrscheinlich ein Verbrechen.
Nüchtern betrachtet erwartet man hier jetzt simples, vorhersehbares, klischeelastiges Kino, dass den zu Beginn hohen Erwartungen zu keinem Zeitpunkt gerecht werden kann und einen enttäuscht im Kinosessel zurücklässt. Doch wer hier denkt, bereits alles zu ahnen, ist definitiv an der falschen Adresse, denn Innovation hieß wohl das Stichwort für den Autor Stephen Peters.
Das erste Drittel des Films verschafft einem einen klaren Überblick über den Stand der Dinge. Es bringt einem die Charaktere näher (wobei manche allerdings wirklich nur so von Klischees gestrickt sind) und macht dem Zuschauer schnell sein Ziel klar.
Doch dieses ist schnell erreicht und man beginnt, sich zu fragen, was der Film einem ab diesem Punkt noch zu bieten hat. Und genau da beginnt der Film, langsam seine Stärken auszuspielen.
Der erste Plot-Twist ist voll im Gange, womit alles nun vollkommen neue Züge annimmt. Man weiß nicht mehr, was man noch glauben kann/soll und hält nun nichts mehr für unwahrscheinlich. Besonders hier erweist sich das Drehbuch als sehr facettenreich und hat noch lange nicht all seine Überraschungen ausgespielt, sondern hält bis zur letzten Minute immer was in petto.
 
Was die darstellerischen Leistungen der Akteure angeht, so kann man in erster Linie nur Positives erwähnen. Dillon, der bis zu dem Zeitpunkt bereits kein unbeschriebenes Blatt mehr war, gab eine sehr solide Darstellung und kann auch in diesem Film durchaus mit einer recht guten, konstanten Leistung überzeugen. Campbell und Richards, die beide kurz zuvor erst ihren Karrieredurchbruch hatten, liefern eine ebenfalls gute Performance, wirken geradezu passend, als seien ihnen die Rollen auf den Leib geschneidert und bringen sogar an so mancher Stelle die Gemüter der männlichen Zuschauer stark in Wallungen.

Fazit: Abschließend wäre zu sagen, dass leider auch der gute Score es nicht schafft, hier etwas Ähnliches wie Atmosphäre aufzubauen, was bei all den guten Anfängen äußerst schade ist. Jedoch bleibt einem ein gutes Drehbuch erhalten (dass zwar nicht ganz makellos ist und am Ende nicht gefüllte Logiklöcher zurücklässt), gute darstellerische Leistungen und einen durchaus hohen Unterhaltungswert, dem man allerdings nicht gerade einen hohen Spannungsbogen attestieren kann. Schlussendlich fehlt dem Film einfach dieses Quäntchen, was ihm dieses gewisse Etwas verpasst und zu etwas Besonderem werden lässt. Das Potential war vorhanden, wurde jedoch vergeudet. Schade drum. Hier wäre noch etwas mehr drin gewesen...

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