Es gibt Filme bei denen der Trailer die besten Szenen oder Sprüche von der Auswahl und dem Timing her gut kombiniert und in ein positives Licht stellt und der eigentliche Film dann diesen Anspruch deutlich verfehlt. Leider gehört DIE BARRY MUNDAY STORY in diese Kategorie. Verspricht doch die Story um verlorene "Kronjuwelen" zwar platten, aber vielleicht doch trotzdem derb-komisch-subversiven Spaß, so ist aus diversen im Detail nicht vollkommen nachvollziehbaren Gründen das ganze nicht gelungen. Das liegt sich zum Teil an den Darstellern die man weder bedauert noch wirklich komisch oder auch attraktiv findet. Ein Ben Stiller sollte nicht der Maßstab sein, aber er hätte da sicher mehr rausgeholt. Aber der Film hat eine schöne positive moralische Note die ihn deutlich aus der Versenkung misslungener Komödien emporhebt.
Barry Munday (Patrick Wilson) ist ein Frauenheld und verliert leider durch einen aufgebrachten Vater einer Eroberung seine Hoden. Die Not ist groß aber wird noch getoppt durch eine Ex-Liebschaft die von ihm schwanger ist. Da bleibt Barry nur die Flucht nach vorn............... Patrick Wilson macht seine Sache streckenweise gar nicht schlecht, mancher Wortwitz zieht auch tatsächlich. Die Nebenrollen sind mit den Eltern gar nicht schlecht besetzt, so ist z.B. der Vater seines schwangeren Abenteuers mit dem genialen Malcolm McDowell (u.a. UHRWERK ORANGE) besetzt. Auch dieser ist nicht gerade ein bekannter Komödiendarsteller trumpft aber durch seine trockene Art etwas auf.
Die melodramatische Seite des Film wird kaum ausgenutzt, alles ist aufgrund der grotesken Handlung auf vordergründigen Humor ausgelegt, dieser zündet aber nur selten. Allgemein sind die Szenen mit den Eltern noch die besten, aber viele Gags hängen einfach in der Luft. Insbesondere sind die Dialoge zwischen der schwangeren Ginger und Barry oft wirklich ziemlich gestelzt und oft schlecht vom Timing her und einfach nur lahm und nicht komisch. Wie angedeutet hat der Film auch eine gute moralische Seite: Es wird Verantwortung übernommen und sich dem Schicksal gestellt und Herausforderungen werden positiv angegangen im Sinne einer Flucht nach vorn. Das ist doch eine schöne versöhnliche Seite auf die man sich einigen kann und so wird der Film am Ende noch ein kleines Feelgood-Movie ohne Höhepunkte und kann deswegen noch einigermaßen empfohlen werden.
5/10 Eiern....äh,....Punkten