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Viele Legenden und Gerüchte ranken sich um den Mottenmann, der vor allem in den Jahren 1966/67 mehrfach gesichtet worden sein soll. Eine Verfilmung mit Richard Gere um den Einsturz eine Brücke folgte, während Regisseur Sheldon Wilson zumindest ein wenig auf die Geschichte des Mythos einzugehen versucht, - ein vager Pluspunkt innerhalb einer nahezu katastrophalen Inszenierung.

Angesiedelt ist das Geschehen immerhin in Point Pleasant, jenem Ort in West Virginia, in dem man seinerzeit tatsächlich mehrere Sichtungen dokumentierte.
An einem See ertrinkt der Junge Jamie, seine älteren Freunde, darunter sein Bruder, Katharine und Derek wollen den Unfall jedoch vertuschen.
Genau zehn Jahre später, zum Jahrestag der Tragödie, kehrt Katharine wieder in ihren Heimatort zurück, wo der Mothman schon darauf wartet, der ungesühnten Tragödie Gerechtigkeit zu zollen…

Die Exposition erinnert stark an „Ich weiß, was du letzten…“, denn die Gruppe versucht eine Tat zu vertuschen, welche im Verlauf gerächt wird. Mit dem Unterschied, dass hier ein Flugwesen mit rot leuchtenden Klüsen im Auftrag der Gerechtigkeit unterwegs ist, statt eines Angehörigen des Opfers.
Ziemlich doof verhalten sich die Teens allerdings, denn wenn der Junge beim Tauchen irgendwo angestoßen sein soll, dann macht es wenig Sinn, dass jeder der Reihe nach mit einem Stein auf den Kopf des Toten schlägt, es sei denn, die Autopsie schläft komplett.

Mit den schwachen Figurenzeichnungen kann man durchaus leben, mit austauschbaren Gesichtern und hölzernen Performances auch schon fast, doch die CGI des Mothman sind unter aller Sau. Die Kreatur hat keine Augen, sondern schlichte, rot leuchtende Punkte, während der Körper aus einer grau-nebeligen Masse besteht. Das Wesen wirkt in jeder Szene wie ein Fremdkörper, zumal es an überzeugenden Schatten und geschmeidigen Bewegungen mangelt.
Auch der Blutgehalt ist einer FSK16 gemäß äußerst gering, man sieht lediglich Leichen aus schrägen Winkeln und den lachhaften Effekt eines Messerschnittes in der Brust, denn das Blut fließt glatt fünf Zentimeter unter der eigentlichen Verletzung.

So laufen in Point Pleasant die letzten Vorbereitungen für das alljährliche Mothman-Fest, ein blinder alter Mann warnt die potentiellen Überlebenden und weiht sie in alte Geheimnisse ein, Spiegel und Reflexionsflächen müssen zerstört werden, während die Beteiligten von damals nach und nach aufgesucht und getötet werden, was selten Spannung zutage fördert und relativ unspektakulär abläuft.
Zwar geht der halbwegs flotte Erzählfluss in Ordnung und auch der Score müht sich, doch gegen das belanglose und überraschungsfreie Drehbuch ist kein Kraut gewachsen.

Allenfalls ein paar Flashbacks zu verschiedenen Ereignissen um den Mottenmann können ein wenig Abwechslung schaffen und man erfährt zumindest, wie die Legende angeblich entstanden sein soll.
Dem Kern der Handlung gelingt es demgegenüber nicht, Suspense oder Atmosphäre zu schüren, der Verlauf bleibt eindimensional wie die Inszenierung der Kreatur, welche fast schon wie ein schlichter Barbapapa daherkommt.
Ein schwaches Gesamtbild und somit schon rein inszenatorisch kein Vergleich zum thematisch ähnlich gelagerten „Mothman Prophecies“.
3,5 von 10

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