In der Flut innovativer Filmideen und Plots ist es beinahe unmöglich geworden, den Zuschauer in Staunen zu versetzen, geschweige denn ein Werk im Reglement der Klasse-A-Filme von anderen hervorzuheben. Was Christopher Nolan mit diesem spitzen Thriller erschafft hat, sprengt Erwartungen und Vorstellungskraft in solch gewaltigem Maße, dass Realitätsfindung und Rationalität nach dem Kinobesuch ersteinmal eine Weile brauchen um sich wieder zurecht zu finden. Was zuletzt den Wachovski Brüdern mit dem ersten Teil der Matrix Trilogie gelang kehrt nun in die Hände des Britischen Regiesseurs ein.
Inception ist in allen belangen einer der Besten Filme dieses Jahrzehnts: Ein erwachsener Leonardo Di Caprio, der, so wie all seine Schauspielkollegen durch und durch in seiner Rolle brilliert. Ein Bahnbrechendes und unverschämt intelligentes Filmkonzept voller gewaltiger Bilder, gepaart mit einem (kontrastreich aber nur allzu treffend) ruhigen und angenehm melancholischen Soundtrack, der viele der langsamen Bilder in ihrer Schönheit zu wahren Kunstwerken werden lässt. Eine gelungen beklemmende, aber niemals belastende Endzeitatmosphäre, die in ihrer - beinahe lethargischen - Einsamkeit den Zuschauer innerhalb kürzester Zeit in ihren Bann zieht.
Wenn ein Film von der ersten Minute an zum mitfiebern, mitdenken und mitspüren zwingt, sich alle Sinne (inklusive des Gleichgewichtssinns) verzaubern lassen und man sich selbst nach dem Kinobesuch noch fern des Abspannes fühlt - so verdient dieses Stück Filmgeschichte kein anderes Prädikat als die Bezeichnung "Meisterwerk".