Review

Inception
Christopher Nolan


[Inception: Etwas beginnen, etwas erschaffen]

Hollywood hat Christopher Nolan, diesem sympathischen und doch eher schüchternen Talent so einiges zu verdanken. Er ist ein Filmemacher der etwas bis zum Ende genau durchplant. Er ist kein gewöhnlicher Regisseur und Drehbuchautor. Er steckt so unglaublich viel Leidenschaft in seine Filme wie eigentlich kein anderer aktueller Filmemacher. Während James Cameron lediglich mit Effekten protzt und seine aktuellen Ideen aus Disney und Ghibli Filmen klaut, und ein Ridley Scott vor lauter Selbstverliebtheit sein Können vergisst, ist es dieser geniale Christopher Nolan der nicht nur mit Effekten protzt, sondern den Zuschauern jedesmal ein einzigartiges Kinoerlebnis bietet. Da muss sich eher noch der geneigte Kinogänger fragen ob wir Nolans Filme überhaupt verdient haben.

Mit Inception musste Nolan jedoch beweisen ob er das Publikum auch nach The Dark Knight noch auf seiner Seite hat, und nicht der enorme Heath Ledger Bonus für diesen Sensationserfolg verantwortlich war. Und da muss man gar nicht lange drum herum reden, denn er hat es wieder einmal geschafft. Während Prestige vielleicht noch ein bisschen zu sehr auf den Fährten von Mememto wanderte, zeigt Inception nun in Nolans Welt ein völlig neues Konzept. Die Frage ist nur, sind auch die Kinogänger für Inception bereit? Nun, das ist eine Frage die nicht einfach zu beantworten ist, denn schenkt man diesem Giganten von einem Film nicht seine absolute Aufmerksamkeit, ist man im wahrsten Sinne des Wortes im Limbus verloren.

Inception zu erklären ist eigentlich unmöglich. Dies war bereits nach den Trailern schon nicht möglich, und hat man den Film erst  gesehen ist es völlig unmöglich irgendwo anzufangen. Aber eines weiß man schon nach der Eröffnungssequenz, "ich weiß zwar nicht worum es geht, aber das ist einfach cool". Denn sofort am Anfang wird man absolut weggefegt von der grandiosen Optik des Films, der rätselhaften Handlung, den zwielichtigen Charakteren, den Effekten und natürlich der bombastische Soundtrack von Hans Zimmer.

Dabei gelingt es Nolan mit einer seltsamen Leichtigkeit den Zuschauer in seine Welt einzuführen. Teilweise erinnert Inception an Cyberpunk Meisterwerke wie Ghost In The Shell, oder auch an aktuellen Shinya Tsukamoto Filmen wie Haze oder Nightmare Detective, und natürlich darf auch etwas Matrix nicht fehlen.

Doch nicht ein einziges mal denkt man hier das Nolan dreißt geklaut hat, im Gegenteil. Inception ist etwas absolut Eigenes. Da gibt es so viele grandiose Ideen die einen immer bei Laune halten und dieses knapp 150 minütige Werk so unglaublich kurzweilig machen.

Doch Inception in einem Genre einzuordnen ist ebenso schwierig wie am Ende das Rätsel zu entschlüsseln. Natürlich kann Inception als Actionfilm durchgehen. Doch da gibts auch noch Mystery und Drama. Es gibt viele philosophische Aspekte wie diese eigenartig wie aber auch wunderschöne melancholische Atmosphäre. Ein Film der zum Nachdenken anregt. Garantiert ist, wer sich auf diesen Film einlassen kann, das man seine eigenen Träume fortan vollkommen anders betrachten wird.

Schauspielerisch gibts ebenfalls wie gewohnt ganz großes Kino. Nolan erweiterte praktisch die Rolle für Leonardo DiCaprio die er bereits in Shutter Island so grandios spielte. Vielleicht gibt es ja nun den längst verdienten Oscar.
Doch nicht nur ein Leonardo DiCaprio spielt hier mit vollkommener Eleganz, es ist auch Nolans Schützling Cillian Murphy der ein perfektes Schauspiel ablegt. Nach seinem nicht erwähnenswerten Auftritt als Scarecrow in The Dark Knight freut es mich das Nolan ihm endlich mal wieder eine vernünftige Rolle gegeben hat. Dazu gibt es noch einen sehr gealterten, aber glaubwürdigen Tom Berenger wie einen ebenso überzeugenden Ken Watanabe. Doch auch dem restlichen, mir unbekannten Cast gebührt der Lob.

Letztlich ist es der Zuschauer mit dem Nolan hier ein ganz fieses Spiel spielt. Was ist Traum, was ist Realität? Gibt es überhaupt eine Realität in diesem Film? Manchmal könnte man meinen das Sigmund Freud persönlich mit am Drehbuch geschrieben hätte. Würde der Meister der Traumdeutung noch unter uns weilen, wäre er vermutlich mehr als begeistert von Inception.

Hier wird man als Zuschauer mit all dem konfrontiert was wir eigentlich Nacht für Nacht erleben. Zumindest gilt das für all die jenigen die sich immer seht intensiv an ihre Träume erinnern können. Und auch der Klassiker, der Traum im Traum ist ein wichtiges Element in Incetpion wie auch die Penrose Stairs.

Am Ende bleibt man mit der Frage zurück was eigentlich nun wirklich ein Inception ist. Dieser Begriff ist weitaus mehr als nur die Manipulation eines Gedanken. Fragen, worauf wohl auch nur Nolan selbst eine Antwort hat. Ob er diese in einem zukünftigen Audikommentar beantwortet, dies bleibt nur zu hoffen.

Fazit:

Für mich ist Inception einer der wohl intelligentesten, wie auch spannendesten Filme der letzten fünf Jahre. Ein Film der eigentlich aus dem Nichts kam und uns alle auf eine Reise durch unsere Träume mitnimmt.

Das ist ganz großes Kino. Inception ist ein Film der mich von der Eröffnungssequenz bis zum genialen wie rätselhaften Finale vollkommen mitgenommen hat. "Das war ein ganz schöner Trip", wird man sich da sagen wenn die Credits laufen und schon während des Heimwegs anfängt an der Realität zu zweifeln. Das hat Christopher Nolan und seine grandiose Besetzung absolut super hinbekommen. Langweilig wird Inception auch weiterhin nicht werden, dafür müssen noch viele Fragen beantwortet werden.

Nun dürfte es Christopher Nolan aber auch dem letzten Skeptiker gezeigt haben das er es auch ohne die Hilfe einer Fledermaus kann. Dies brauchte er aber eigentlich gar nicht mehr beweisen, wir alle wissen das er dies auch schon vorher geschafft hat. Inception räumt bei mir 10 von 10 Punkte ab.

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