Das ist ja alles schön bombastisch und es rummst und bumst auch permanent; nach dem Abspann bleibt allerdings (bei mir) die Frage: Where's the beef?
Damit meine ich nicht die Idee, das Hinabsteigen in mehrere Traumebenen zu verfilmen - was wie gesagt außerordentlich beeindruckend bewerkstelligt wurde - sondern die Tatsache, daß die Charaktere blaß und farblos sind und es mir relativ wurscht war, ob DiCapri nun im Limbus bleibt oder nicht.
Auch die Rahmenhandlung, die Geschichte um den Tod von Cobbs Ehefrau und die immer wieder von neuem beginnenden Diskussionen & Streitereien, wer oder was nun schuld an ihrem Tod war, hat mich mehr genervt, als daß sie mich mitfiebern ließ.
Für meinen Geschmack hätte man die psychischen Probleme Cobbs durch etwas anderes ersetzen oder sie ganz streichen sollen, um die Story voranzutreiben; außerdem war mir der Grund, weshalb man Fischer einen Gedanken einpflanzen will, zu platt und ebenfalls zu wenig geeignet, Identifikation mit den Protagonisten aufkommen zu lassen.
Für mich wird Inception deshalb nur als besserer Actionfilm mit einer reizvollen Grundidee in Erinnerung bleiben, der zwar sehenswert, aber wegen der flachen Charaktere gewiß nicht das Nonplusultra ist, wie es die unzähligen Lobeshymnen suggerieren. Ein guter Film lebt primär immer noch durch schauspielerische Leistungen und die Fähigkeit, beim Zuschauer (negative oder positive) Identifikation zu stiften. Nehme ich mal ganz frech an.