kurz angerissen*
Weniger klassischer Western als vielmehr Kammerspiel ist “The Ox-Bow Incident”, der auf amerikanische Weiten verzichtet und sein Szenenbild liebe auf eine karge Location mit einem einsamen Hügel, einem verdorrten Baum und einem Strick daran reduziert. Fern des öffentlich geltenden Rechts schafft sich ein aufgebrachter, vorschnell urteilender Pöbel seine eigene Wahrheit, in Argumentationsketten, die den großen Gerichtsklassikern von „Die zwölf Geschworenen“ bis „Wer den Wind sät“ gleichkommt. Der Held der Geschichte, und hier trennt sich der Weizen von der damals gültigen Spreu, ist gar kein solcher, denn vom Pöbel lässt er sich mundtot machen, kann seine Zweifel an der Aufknüpfaktion kaum artikulieren und schließt sich letztlich – mit Unwohlsein zwar, aber ohne durchschlagenden Protest – selbst der aufgebrachten Menge an. Die aufwühlenden, vor Unrecht strotzenden Dialoge und die drohende Umsetzung der Worte in Taten bei gleichzeitiger Ohnmacht der Gerechtigkeit hinterlässt mehr Eindruck als es heldenhafte Posen je könnten, auch wenn „The Ox-Bow Incident“ seinem schmalen Budget ganz offensichtlich Tribut zollt. Aber dafür hat man ja Kaliber wie Henry Fonda und Anthony Quinn im Cast.
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