Als die vier Freunde Ho [ Ho Chung Tao ], Choi [ Hon Gwok Choi ], Wai [ Lee Chiu ] und Kon Chung [ Chu Chi Ling ] bei einem gemeinsamen Tauchausflug mehrere Kisten voller Gold entdecken, ist zuerst die Freude gross. Nur Ho bleibt misstrauisch zurückhaltend und sollte auch Recht behalten: Die Goldbarren stammen von einem vietnamesischen Flüchtlingsschiff, dass von einem ortsansässigen Schmugglersyndikat als Tarnung benutzt wird...
Ho Chung Tao, der sich als 'Bruce Li' zum bekanntesten und auch weitaus besten Bruce Lee Epigonen mauserte, konnte sich auch abseits von dreisten Klonen profilieren und verfügt dadurch auch über einige Highlights in der Filmographie.
Dazu gehört auch Gold Connection, der ohne Nachäffungen, copy & paste und zitierten Manierismen auskommt und als eigenständiger Film ausgezeichnet funktioniert.
Der Hauptgrund dafür wird neben dem strikten Drehbuch vor allem in der wenig zurückhaltenden Erzeilweise liegen, die schnell zur Sache kommt und dann auch eng dranbleibt. Die Geschichte ist physisch, hält sich nicht lange mit Einführung und Konstruktion auf und bringt die nötige Figurenzeichnung anhand von Aktionen seiner Charaktere statt durch Dialoge ein.
Nicht Worte, sondern Bilder ordnen den Story und treiben sie vorwärts. Die Konsequenz der hier präsentierten Welt von gescheiteter Hoffnung und letaler Gier ist für das Genre beeindruckend; jegliche beabsichtigte Auflockerung fehlt ebenso wie die unfreiwillige Lächerlichkeit, die derartigen Werken so oft anhaftet.
Nach dem Goldfund und dem plötzlichen Erscheinen der eigentlichen Besitzer geht es gemäss der Gleichung von Ursache und Wirkung sehr schnell, Choi wird angegriffen und nur mühsam von Ho und Wai herausgehauen, dann folgt auch schon die nächste Hiobsbotschaft: Kon Chung wurde entführt.
Nach einer vollständig aus dem Ruder laufenden versuchten Übergabe gestaltet der fatalistische Grundton die Freunde schnell als Pendler zwischen paranoidem Wahn und grimmiger Wirklichkeit. Sie müssen sich schleunigst absetzen, aber sehen schon von vornherein keine Erfolgschancen. Zudem lässt sich der verhängnisvolle Fund bei der jetzigen Aufmerksamkeit nicht mehr verticken; sie haben kein Geld, kein Zuhause und keine Sicherheit mehr.
Ein auf sie angesetzter Killer [ Phillip Ko ] agiert auch für den Zuschauer unsichtbar; die Bedrohten wissen nicht, aus welcher Richtung und wann die Gefahr kommt.
Ho wird bei seiner Beratertätigkeit als Action Choreograph während eines Filmdrehs auf Macau plötzlich von einem verkleideten Darsteller attackiert, der sich in dem folgenden Tumult durch die Crew schlitzt.
Choi muss sich wegen noch dazu kommender Geldschwierigkeiten bei einem Kredithai wieder an die Öffentlichkeit wagen und weiter als Busfahrer arbeiten; die Augen dabei öfters auf seine fremde Fahrgäste gerichtet statt nach vorne. Sarkastischerweise kommt der Anschlag ausgerechnet in dem Moment, als er gänzlich schutzlos und unvorbereitet in der Badewanne liegt.
Wai erwischt es in einer anonymen Menschenmenge mitten auf der Strasse, nachdem er zuvor einen offensiven zweiten Angreifer in der Hintergasse abgewehrt hat.
Shaw Regisseur Kuei Chi Hung [ Das Bambuscamp der Frauen, Die Wilden Engel von Hongkong, Schweig oder Stirb ] arbeitet mit den grellen Mitteln des Thrillers und zuletzt auch fast des Horrorfilmes, um die Spannungsdramaturgie zu forcieren und setzt ansonsten einen klaustrophobisch bestimmten Bildkader, der das karge Ambiente der Schauplätze umrandet. Die meisten Szenen finden entweder in sehr eingeengten Räumlichkeiten statt oder werden durch die dichte Kamera begrenzt, was die fehlende Flucht- und Ausweichmöglichkeit der Personen hervorhebt.
Die Actionszenen sind mit outrierter Effektsicherheit ausgestattet und fungieren sonst zumeist auf rauer - realistischer Ebene; visuelle oder körperliche Eleganz wird aussen vorgelassen, sich einfach um Leben und Tod geprügelt.
Schlüsselszenen dabei sind sicherlich das Festklammern und Mitschleifen an einem fahrenden Bus sowie die Szene, als aus dem Nichts einer kaum beteiligten Frau eine brennende Decke über den Kopf geworfen wird. Im finalen Blitzlichtgewitter gehen die Kontrahenten mit Äxten und anderen Werkzeugen aufeinander los, wobei einer in spekulativer Manier den Kopf verliert.
Dabei sind die ruhigen Szenen eher die, die mehr auffallen und einen guten Kontrast bilden. Die Gruppe versammelt sich immer auf einer offenen Treppe, wo der dezimierende Verlust noch deutlicher sichtbar wird. Auch die letzte Einstellung von Ho spricht Bände und sollte nicht so schnell vergessen werden; beschliesst den Film als kleines Prachtexemplar eines urbanen Easterns.