Die chinesische Provinz Pienh Puh wird von dem despotischen Tyrannen Ko Fei[ Chen Sing ] unterdrückt und ausgebeutet. Der neue Polizeichef Captain Ling [ Ho Chung Tao ] beschliesst dem Ganzen ein Ende zu bereiten und bietet deswegen seinen Häftlingen einen Deal an: Sie begeben sich unter seine Kontrolle und verbünden sich mit den übrig gebliebenen Polizisten zu einem gemeinsamen Kampf gegen diese Herrschaft. Als Belohnung wird der Rest der Freiheitsstrafe erlassen.
Man kennt derlei Synopsis und kann sich den zugehörigen Film bereits bildlich ausmalen. Der Ausgangspunkt der Anheuerung von Kriminellen zu guten Zwecken als ultima ratio gehört zu den bekannteren Themen der Filmgeschichte und wurde schon einige Male auf mehr oder minder gelungene Weise durchgeprobt [ Das Dreckige Dutzend, Django und die Bande der Gehenkten, Golden Queen's Commando ].
Die Eingliederung als concept movie hilft Deadly Strike allerdings nur wenig. Abgesehen von einem stimmigen Einstieg holt man nichts Neues aus dem gängigen Thema heraus und erzählt das Gewohnte in wenig euphemisierender Weise nach.
Dabei geraten die Dinge zügig in Bewegung: Ling taucht als noch Unbekannter in seiner neuen Wirkstätte auf und findet nur einen Haufen Angetrunkener im Revier vor, die sich zudem dem Glücksspiel widmen. Der bisherige Chef Hu San [ Shut Chung Tin ] unternimmt nichts dagegen, sondern hält selber ein Nickerchen.
Von der einstmals vierzig Mann starken Einheit sind nur noch zehn über; ein Grossteil wurde bereits von Ko Fei erledigt, der Rest ist desertiert. Der nunmehrigen Dekade war die Bezahlung zu wenig und die Angst zu gross, um ihr Leben weiter in aussichtslosen Aktionen zu riskieren.
Trotzdem wird sich ohne langes Zögern an die neue Aufgabe gewagt; auch die freigelassenen Gefangenen scheinen anfangs recht emsig bei der Sache zu sein.
Auf dem langen Weg zu Ko Fei’s Hauptquartier ändert sich das fix; Fluchtversuche wechseln sich mit hinterhältigen Attacken von feindlichen Kämpfern ab und dezimieren sowohl die Motivationslust der zusammengewürfelten Regierungshelfer als auch ihre personelle Anzahl.
Ab dem Punkt friert die Dramaturgie ein. Es passiert zwar durchaus noch was, aber in kaum aufregender Manier. Das Puzzle der einzelnen Sequenzen bleibt fragmentarisch und nur mühsam durch die Wegskizze verbunden.
Die Konstruktion erfasst die Situation und ihre Subjekte nicht vollständig, sondern rein einzeln abgeschlossen; in wechselnden Perspektiven [ Parallelschnitt ] wird Aktion und Reaktion zwischen beiden Parteien singulär aufgezeigt. Dabei bleiben etwaige Variationen eintönig und unterliegen der monotonen Diktatur von Klischees.
Kleinere Streitigkeiten zwischen den Kriminellen untereinander und wiederum zwischen ihnen und der – bis auf Ling und Hu San sehr anonymen – Polizei verärgern durch ihre Vorhersehbarkeit und der blossen emotionslosen Aneinanderreihung.
Dabei findet auch keine Weiterführung statt, Handlung und Personenzeichnung generieren sich höchstens sprunghaft. Die Charaktere bleiben einem egal und auch durch misslungene Rückblenden und Nebenhandlungen nicht wärmer. Selbst das Aufzeichnen ihrer eigentlichen Unschuld ändert nichts daran, die Substanz fehlt.
Auch die Erzählweise erreicht keine räumliche Plastizität, sondern bleibt eindimensional und beschränkt sich mehr aufs Abfilmen.
Ein nötiger ernster Ton ist bereits nach den ersten Episoden als unerreichbar qualifiziert und wird später noch zeitweise auf einen trashigen Level gebracht, um sich zwischendurch und am heftigen Ende doch in ein blutiges Scharmützel umzuwandeln. Diese kompositorische Abmischung trägt natürlich wenig zum Gelingen bei:
Die lustigen Szenen [Angreifer schliddern ständig bäuchlings zur Attacke heran. Die Shung – Sekte, die aus zwei Männern mit Tigerschärpe besteht, die sich beim Kämpfen auf die Schulter des anderen stellen] sind zuwenig und stören trotzdem, wenn der Film in ein Drama kulminieren will.
Zudem reisst die obligate Action nicht wirklich etwas heraus und kann nicht alleine als Argument gelten; zu konservativ.
Zumindest einen eigenständigen Film hat man abgeliefert, „Bruce Lee“ findet nur in der Phantasie marketingtechnischer Titelgeber statt. Das als fast einzige Lobpreisung ist allerdings nicht sehr viel.