Review

Wer den Titel *Mega Piranha* hört und einen Blick auf das DVD-Cover wirft, wird bei dieser preisgünstigen Produktion aus der THE ASYLUM-Movie-Schmiede nur eines erwarten können: Mega-Trash nonstop.

Freunde und Fans des schlechten Geschmacks kommen somit bei diesem herrlich naiven und phantasievollen Desaster-Movie auch auf ihre Kosten.
Die Erwartungen, die man an dieses schräge Machwerk stellt, werden voll und ganz erfüllt und dieser Abklatsch von Alexandre Ajas Blockbuster "Piranha 3 D* ist nicht nur billiger, sondern auch besser als das big-budgetierte Original.

Das liegt vor allem daran, dass der Zuschauer von Aja nicht das erwartet hätte, was er letzten Endes serviert bekommen hatte: eine zwar blutige und tricktechnisch perfekte Fisch- und Schlachtplatte, die sich allerdings zu sehr auf die Möpse ihrer Darstellerinnen konzentrierte und deren übertriebender Trash-Appeal ganz und gar nicht funktionierte, schlimmer noch: jeglichen Ansatz von Horror im blutbesudelten Meerwasser ertränkte.

Bei *Mega Piranha* erwartet man dagegen nichts anderes als ein schlechtes Filmchen mit noch schlechteren Effekten und schauspielerischen Leistungen jenseits von Gut und Böse - und genau das haut Regisseur und Drehbuchautor Eric Forsberg dem Fan um die Ohren und man fühlt sich auch gleich von diesem skurillen Kuriositätenkabinett bestens unterhalten.

*Mega Piranha* setzt von Anfang an auf Tempo, auch wenn die schwindelerregenden Stakkato-Schnitte und Kamera-Zooms in Lichtgeschwindigkeit auf Dauer nervtötend und brechreizfördernd sind und dem Werk teilweise den Anstrich verleihen, nur aus Filmschnipseln zusammengeklebt worden zu sein.

Doch während das große Vorbild in cooler 3D-Optik nur sehr langsam in Fahrt kommt, ist der Titel des Plagiats hier durchgehend Programm.
Um den Unterhaltungswert zu steigern und von der preisgünstigen Umsetzung der Effekte abzulenken, hätte man hier eine endlose Busenparade im Stil Ajas erwarten können - doch weit gefehlt: eine handvoll exotischer, braun gebrannter Bikini-Schönheiten sind ein kurzes und willkommenes optisches Highlight und ruckzuck Fischfutter, ansonsten konzentriert sich *Mega Piranha* auf das Potential seiner vollkommen unsinnigen Story und setzt auf Action und viel Blut.

Die Piranha-Attacken sind zahlreich und gar nicht so schlecht getrickst wie man es ansonsten von einer THE ASYLUM-Produktion gewohnt ist.
Vieles wirkt zwar wie aus einem No-Budget-PC-Game - doch das ist es, was den Reiz dieser absurden Billig-Produktion ausmacht. Es ist schlecht - und das ist auch gut so!
Wer das Original liebte und auf Trash steht, der sagt nicht JA zu deutschem Wasser, sondern JA zu *Mega Piranha*.

6/10

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