"Mit Toten zu reden ist unnatürlich. Aber manchmal sind sie die einzigen die dir den Weg weisen."
Zur Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs wird Jonah Hex (Josh Brolin) von Quentin Turnbull (John Malkovich) und dessen Handlanger Burke (Michael Fassbender) durch ein Brandmal gezeichnet, und Hex' Heim und Familie niedergebrannt. Nur knapp entkommt er dem Tode und wird von Indianern in die Welt der Lebenden zurück geholt. Dadurch erhält er die Gabe mit den Toten zu sprechen. Ohne weiteren Sinn in seinem Leben und einem angeblich tödlichen Unfall von Turnbull jagt Hex fortan Gesetzlose und findet nur in den Armen der Prostituierten Leila (Megan Fox) kurze Momente der Ruhe. Jedoch lebt Turnbull und ist auf der Suche nach einer Waffe, die in der Lage sein soll ganze Städte zu zerstören. Die Regierung wird darauf aufmerksam und beauftragt den auf Rache sinnenden Hex ihn aufzuhalten.
Zwischen "Ghost Rider" und "Van Helsing" bewegt sich die Comic-Verfilmung des hierzulande eher unbekannten Griesgram-Cowboys Jonah Hex. In durchaus akzeptablen Bildern präsentiert der bislang nur bei Animationsfilmen eingebundene Regisseur Jimmy Hayward einen Western-Action-Fantasy-Horror-Mix, der ansonsten keinerlei Substanz vorweist.
"Jonah Hex" ist mit einer Laufzeit von gerade mal 70 Minuten ohne Abspann sehr kurz geraten. Der Grund liegt an einem zunächst zurückgezogenen Drehbuch, dass eine über 2 Stunden lange Filmdauer garantierte. Das alternative Drehbuch wurde zugunsten einer niedrigeren Freigabe nochmals ein wenig gekürzt. So entstand eine Filmvariante, die das Potential ihrer Figuren nicht ausnutzt und hektisch die wichtigsten Ereignisse der Handlung abarbeitet. Dies ist umso unverständlicher nachdem die Vorgeschichte des Helden in den ersten 5 Minuten mittels einer kurzen Montage und einem Comic-Vorspann erzählt wurde, und das vorhandene Potential der Handlung um den gepeinigten, mit Toten kommunizierenden Hauptcharakter gesichtet ist.
Obwohl digitale Effekte zunächst künstlich aussehen und unnatürlich wirkende Kulissen irritieren, fängt sich "Jonah Hex" im optischen Bereich noch mit zunehmender Laufzeit. Jedoch nicht in der lahmen Inszenierung und unoriginellen Ideen. So verläuft der Film ohne Höhen und langweilt schnell. Die Einbindung einer Gatling-Gun wird durch nur einmaligen Gebrauch nicht weiters wichtig, während Cowboys mit umgeschnallten Dynamitstangen wie Terroristen erscheinen. Allgemein ist die im Western angesiedelte Welt sehr modern und fortschrittlich, was spätestens an den ausgeweiteten Tätowierungen der Charaktere sichtbar wird.
Durch Josh Brolin ("Planet Terror“, "No Country for Old Men“), John Malkovich ("Con Air", "Mutant Chronicles") und Megan Fox ("Transformers"-Reihe) in den Hauptrollen, sowie diversen bekannten Gesichtern in Nebenrollen, ist "Jonah Hex" großflächig starbesetzt. Vorteile zieht dies jedoch nur durch das markante Gesicht Brolin's sowie den ordentlichen Leistungen der weiteren Darsteller, denn wirklich gefordert wird keiner von ihnen. Insbesonders schade für Megan Fox, die sich zu weiterentwickeln versucht.
Auf visueller Ebene ist "Jonah Hex“ von ein paar zu Beginn auftretenden Mängeln abgesehen ordentlich. Die Comic-Verfilmung bietet abseits davon allerdings nichts, was sie sehenswert macht. Die kurze Laufzeit erlaubt nicht viel Entfaltungspotential, sei es bezüglich der Charaktere oder der Geschichte. Es fehlt an Substanz in jeglicher Hinsicht, denn auch die vorwiegend kurzen Actionszenen sprühen weder von Ideen noch reißen sie mit. Somit erweist sich "Jonah Hex“ als ähnlicher Tiefpunkt Hollywoods im Jahre 2010 wie bereits der Trash-Meilenstein "Kampf der Titanen".
2 / 10