Während des Bürgerkriegs tötet der Konförderierten-Soldat Jonah Hex den Sohn seines Vorgesetzten Quentin Turnbull. Dieser rächt sich daraufhin an Hex, indem er dessen Familie umbringt und ihm mit einem Brandeisen das Gesicht entstellt. Nachdem ein Indianer-Ritual Hex knapp das Leben rettet, verfügt dieser über die Gabe, mit Verstorbenen im Totenreich zu kommunizieren und verdingt sich von da an als Kopfgeldjäger. Zehn Jahre später wendet sich Präsident Ulysses S. Grant persönlich an Jonah, um diesen darüber in Kenntniss zu setzen, dass der eigentlich totgelaubte Turnbull in Wahrheit immer noch lebt. Dieser ist zudem drauf und dran, einen teuflischen Plan in die Tat umzusetzen und die Einzelteile für eine neu entwickelte Superwaffe zusammenzuklauben, um passend zur Einhundertjahr-Feier der USA einen vernichtenden Schlag gegen das Kapitol in Washington auszuführen... "Jonah Hex" ist das, was dabei rauskommt, wenn ein Möchtegern-Blockbuster auf Geheiß des Studios im Nachhinein in Hinsicht auf vermeintliche Massentauglichkeit von einem ursprünglichen R-Rating auf eine PG-13-Freigabe runtergestutzt und dabei im selben Aufwasch der Handlung dermaßen das erzählerische Fleisch von den Knochen geschnitten wird, dass das alles nun mit abgemilderten Brutalitäten und einem maximalen Tempo in weniger als 80 Minuten Laufzeit inklusive Abspann ins Ziel läuft. Kaum einem Film der letzten Zeit hat man die zum Einsatz gekommene Produzenten-Schere nämlich derart deutlich angemerkt, wie dieser DC-Comic-Verfilmung, deren finale Fassung natürlich effektiv an jedweder Zielgruppe vorbeigegangen ist: Die Kids von heute fahren wohl nicht mehr wirklich auf so 'ne olle Cowboy-Nummer ab, so dass der Titelheld zwischen den zahlreichen populäreren Superhelden schlichtweg untergegangen ist, während sich ältere Semester und Western-Fans wohl kaum von der modernen Machart und dem Fantasy-Touch der Handlung (es gibt da auch noch einen Schlangenmenschen, dessen Kurz-Auftritt nicht erklärt wird!) abgeholt gefühlt haben dürften. Mit dem Ergebnis dürfte also kaum irgendjemand so wirklich zufrieden gewesen sein... und am allerwenigsten sicherlich Regisseur Jimmy Hayward, auf dessen Kappe das letztendliche Schnitt-Hickhack nun wirklich nicht geht. Das vollumfängliche Scheitern an der Kinokasse war da abzusehen und so kann es auch niemanden wirklich verwundern, dass "Jonah Hex" so konsequent gefloppt ist. Und trotzdem ist hier nicht alles schlecht: Josh Brolin hat dank eines aufwendigen Make-Ups den passenden Look und bringt vor allem auch die passende Attitüde für die Titel-Rolle mit, Megan Fox ist als Love Interest wie schon in den "Transformers"-Streifen schauspielerisch nicht überfordert und damit als Eye Candy am Rande wirklich ideal gecastet und ganz allgemein ist jeder Genre-Western-Mix irgendwie ja immer von interesse und damit durchaus 'nen Blick wert. Der krachende Score, an dem neben Komponist Marco Beltrami auch die Metal-Band Mastodon beteiligt gewesen ist (was einem die Kollaboration von John Carpenter und Anthrax bei "Ghosts of Mars" ins Gedächtnis ruft, die ein ähnlich hörenswertes Resultat zustande gebracht hat) macht echt was her und hätte sicherlich einen besseren Film verdient. Unterhaltsam ist "Jonah Hex" also auch in seiner vorliegenden gerupften Form, aber man hätte sich doch wirklich ein wenig mehr Substanz gewünscht und dass das alles nicht so gänzlich an der Oberfläche kleben bleiben würde. Im Schnitt aber immer noch einen Tick besser als das Will Smith-Vehikel "Wild Wild West", das sich sowohl thematisch als auch als ebenso gescheiterte Hollywood-Großproduktion gleich in zweierlei Hinsicht zum Vergleich anbietet. Für John Malkovich war das hier nach "Con Air" übrigens merklich wieder ein Bösewicht-Part reinweg für den Geldbeutel, nur dass sein Quentin Turnbull ihm längst nicht so memorabel geraten ist wie Cyrus "The Virus" Grissom...
6/10