Adam Sandler mit seiner Produktionsschiede Happy Madison ist zusammen mit Columbia Pictures für die Produktion dieser Komödie verantwortlich. Das Drehbuch schrieb er auch und Sandler scheint sich seit "Chuck und Larry" in dieser Rolle endlich mal wieder richtig heimisch zu fühlen. Er ist und bleibt dem Genre Komödie verpflichtet und hier darf er sich mit vielen Kollegen vom Fach messen. Man versucht sich gegenseitig zu übertrumpfen, harmoniert aber trotzdem bestens miteinander. Regisseur Dennis Dugan (National Security, Leg dich nicht mit Zohan an) bringt genügend Erfahrung mit, um die fünf Comedians in Szene zu setzen. Dennoch offenbart "Kindsköpfe" einige zu offensichtliche Mängel, die einen bitteren Beigeschmack mit sich bringen.
1978 gewannen sie mit ihrem heissgeliebten Coach die Meisterschaft im Basketball und nach vielen Jahren treffen sich Lenny Feder (Adam Sandler), Eric Lamonsoff (Kevin James), Kurt McKenzie (Chris Rock), Marcus Higgins (David Spade) und Rob Hillard (Rob Schneider) bei der Beeerdigung ihres damaligen Coaches wieder. Jeder hat seine Familie dabei und um der guten alten Zeiten willen, verbringt man einige Tage in einem Ferienhaus am See. Nach vielen Kabbeleien entwickelt sich zwischen den unterschiedlichen Menschen nach und nach eine Freundschaft und die fünf Kumpels haben ihr letztes Basketballspiel zu bestehen.
Die Story dürfte wirklich das größte Problem von "Kindsköpfe" sein, denn eigentlich existiert keine. Man weiss nicht so recht, worauf man hier hinaus will und dieses Manko lässt sich nicht mit dem besten Humor stopfen. Doch allein die vielschichtigen Charaktere sorgen mit ihren Problemen für Unterhaltung. Hier hat jeder sein Päckchen zu tragen, um es im Film irgendwann abzulegen. Da wäre Lenny Feder, der es in Hollywood zum Agenten gebracht hat, seine Frau und Kinder sind hoffnungslos verwöhnt, sein eigenes Dienstmädchen versucht er den anderen immer als Austauschstudentin zu verkaufen. Eric Lamonsoff gibt sich als Teilhaber eines Gartenmöbelmarktes aus, sein vierjähriger Sohn trinkt immer noch von Mutters Brust und seinem Hund wurden die Stimmbänder verkürzt, dementsprechend hört sich sein Bellen auch an. Marcus Higgins ist Single und sein Charakter bleibt über den Film eigentlich uninteressant. Kurt McKenzie ist Hausmann und wird von seiner Frau und seiner Schwiegermutter gerne heruntergebuttert. Und zu guter Letzt Rob Hillard, der ein Toupet trägt und mit einer wesentlich älteren Frau liiert ist. Diese fünf Typen nebst ihren Familien werden in ein Ferienhaus gepresst und finden dort langsam zueinander. Gerade die Kritik an den heutigen Kindern funktioniert ziemlich gut. Anstatt draußen zu spielen hockt man lieber vor der Glotze, spielt irgendwelche Gewaltspiele und lässt sich von den Eltern oder der hauseigenen Dienerin bedienen. Doch hier macht die alte Generation der neuen noch etwas vor, im wirklichen Leben ist es meist anders herum.
Das Ganze läuft zwar ohne echte Höhepunkte ab, doch oft kommen die Gags im Sekundentakt, leider gespickt mit viel pubertärem Humor. Manchmal wird auch richtig garstig gewitzelt, zum Beispiel bei der Beerdigung oder als die Asche vom Coach verstreut wird und nicht nur die fünf Kumpels teilen gewaltig untereinander aus. Doch wenn man sein Hirn ausschaltet, macht "Kindsköpfe" wirklich Laune und es sind auch einige Brüller am Start. So versuchen die fünf Kumpel ihren Kindern die damaligen Spiele näher zu bringen, was oft in einer Verletzung endet. Natürlich werden sie auch von ihrer Vergangenheit eingeholt, denn das gegnerische Team der Meisterschaft 1978 will Revanche, wegen einer angeblichen Fehlentscheidung damals beim Spiel. Doch dies bleibt eher Nebensache, es geht eigentlich darum, wie sich die unterschiedlichsten Charaktere zusammenraufen und dadurch Toleranz lernen. Vielleicht ein Appell mit seinen alten Kumpels mal wieder selbst etwas zu unternehmen. Nur die genretypischen Moralpredigten zwischendurch, hätte man sich getrost schenken können, auch "Kindsköpfe" kommt um die gängigen Klischees nicht herum und bleibt vorhersehbar. Aber die Darsteller hatten sichtlich Spass an ihren Rollen und dank ihrer Mimik und Gestik darf der Großteil des Humors zünden. Die etwas blauäugige Entwicklung der Charaktere sollte man dabei großzügig übersehen, denn es darf sich mal wieder alles zum Guten wenden.
Ein großer Wurf ist es mit Sicherheit nicht, gerade bei der Story muss man beide Augen zudrücken. Der Humor ist nicht durchweg gelungen, aber im hohen Maße vorhanden. Langweilig wird "Kindsköpfe" nie, aber dank der genretypischen Inszenierung weiss man immer was als nächstes passiert. Aber die fünf Hauptdarsteller hatten ihre wahre Freude am Dreh, dies wirkt auch auf den Zuschauer und lässt über einige Unzulänglichkeiten hinweg sehen.