„Der zukünftige Dämonenkönig!“
„Ichiban Ushiro no Daimaou“ ist ein Anime, der mal wieder in die Sparte „Ecchi-Überfluss“ gehört. Doch ich muss gestehen, dass mir dieser Anime doch recht gut gefallen hat. Er wird zwar nicht die Anime-Welt verändern, aber er kommt relativ kurzweilig daher und bietet saubere Action mit tollen Bildern. Leider verschenkt diese Serie aber enorm viel Potenzial und kommt mit einer Story daher, die wirklich sehr schlecht durchdacht wurde und auf dieser Basis garantiert nicht punkten kann. Auch als Harem-Fan wird man hier nicht sonderlich gut bedient, was besonders an den teilweise doch recht blassen Charakteren liegt. Somit bleibt einzig und allein die Action, die wirklich sehr fetzig ist und den Anime nie langweilig erscheinen lässt.
Story
Wie bereits erwähnt ist die Story wohl der größte Schwachpunkt der gesamten Serie. Ein junger Magier wechselt zu einer neuen Akademie und lässt sich vom Wunderraben „Yata Garasu“ seine Bestimmung erläutern. Dieser berichtet ihm, dass er in der Zukunft der neue Dämonenkönig sein wird. Natürlich haben fortan fast alle Mitschüler große Angst vor dem jungen Magier mit dem Namen Akuto Sai. Doch wird Akuto wirklich ein bösartiger Dämon oder steckt doch etwas völlig Anderes hinter dieser Prophezeiung? Was zunächst wirklich interessant anfängt, verkommt später zu einer völligen wischi-waschi Geschichte, die überhaupt nicht weiß, was sie eigentlich will. Alles wirkt total wirr und in meinem Kopf herrschte ein RIESEN Wunsch an Erklärungsbedarf, welcher aber leider aus blieb. Alles wirkt völlig lieblos hin geklatscht und der Unterhaltungswert beschränkt sich wirklich nur auf die gelungene Action. Das ist dann schließlich auch beim großen Finale so, welches optisch einfach einwandfrei inszeniert wurde, aber inhaltlich völlig aus dem Ruder läuft. Es bleiben einfach zu viele Fragen offen, die Entwicklung diverser Charaktere bleibt aus und auch auf der Romantik-Basis tut sich rein gar nichts. Vielleicht hätte es dem Anime durchaus gut getan, wenn er mit 26 oder mehr Folgen bestückt worden wäre, damit auch die genannten Handlungen und Aktionen nachvollziehbar gewesen wären. Allerdings muss man ganz klar sagen, dass es im Ecchi-Genre deutlich schlechtere Werke gibt, wodurch „Ichiban“ wieder nicht ganz so schlecht wirkt.
Animation
Der deutlich stärkste Faktor dieses Animes. Die Optik kann sich wirklich sehen lassen und konnte mich eigentlich in allen Punkten begeistern. Hübsches Charakterdesign, sehr nette ausgearbeitete Actionszenen und für die Ecchi-Fans gibt es viel nackte Haut. Allerdings variiert das von Folge zu Folge, denn Ichiban bietet nicht in jeder Folge eine großartige Ecchi-Flut. Es gibt ein paar Folgen, in denen man fast das Gefühl hat, die weiblichen Charaktere sind häufiger nackt zu sehen als angezogen. Es gibt allerdings auch viele Folgen in denen der Ecchi-Anteil deutlich zurück geschraubt wird, was besonders gegen Ende der Fall ist. Auch die Figuren an sich wurden recht schön gezeichnet, zwar sehen manche Figuren so aus, als hätte man sie schon in anderen Animes gesehen, aber das Gesamtpaket stimmt und kann sich sehen lassen.
Soundtrack
Auch hier macht dieser Anime eigentlich alle richtig. Das Opening ist ein recht rockiges Lied, welcher sehr schnell Einklang bei mir gefunden hat. Zwar nicht gerade ein Ohrwurm-Kandidat, aber durchaus ein passender Titel. Das Ending hingegen fand ich nicht ganz so passend ausgewählt. Der Song wirkt ein bisschen zu fröhlich und unpassend. Was mir aber extrem gut gefallen hat, war die sehr stimmige Begleitmusik, welche besonders bei den Kämpfen ihre schönsten Klänge entfaltet. Durch die grandiose BGM wirken die Kämpfe noch viel cooler, weshalb die Actionszenen wirklich Spaß machen, sie anzusehen. Auch die Synchronsprecher liefern einen soliden Job ab. Allen voran natürlich die Sprecherin von Korone, die ihrer Figur den nötigen Biss verleiht. Allerdings klingen manche Stimmen ZU ähnlich. Besonders die Stimmen von Etou und Eiko konnte ich nie auseinander halten, da die Beiden auch vom Wesen her recht ähnlich sind.
Charaktere
Ebenfalls ein riesiger Schwachpunkt dieses Animes. Zwar bekommen wir hier einen wunderbaren Hauptcharakter geboten, der so richtig schön das Badass-Image vertritt, doch beim Nebencast sieht es leider sehr mager aus. Korone ist eine der Wenigen, die ich wirklich hervorragend fand, da sie mit absolut trockenem Humor und eiskalten Sprüchen daher kommt. Genau mein Humor. Auch Hattori war die meiste Zeit sympathisch, wobei sie sich völlig unglaubwürdig entwickelt. Eben hat sie noch SO empfunden und dann, durch ein paar läppische Kommentare, entwickelt sie sich wieder in diese Richtung. Aber sie ist zum Glück nicht nervig, wie der ganze Rest. Da hätten wir zum einen Kena Soga, die mit ihrem Unsichtbar-Zauber zwar anfangs recht witzig sein konnte, aber auf Dauer nicht mal mehr ein müdes Lächeln bei mir erzeugen konnte. Irgendwie verkommt ihre Komik auf Dauer zum fürchterlichen Running Gag. Zwar ist sie eine der wichtigsten Figuren in der Story, aber da wir ja bereits wissen, dass die Story total löchrig ist, darf man da bei ihr nicht viel erwarten. Ebenfalls eine nervige Barzille war Hiroshi Miwa. Sein Charakter an sich war im Grunde gar nicht so übel, aber seine Stimme (besonders wenn er immer „Aniki“ schrie) war wirklich brutal und tat mir teilweise schon sehr in den Ohren weh. Auch seine Entwicklung ist ein wenig an den Haaren herbei gezogen und sein späteres Erscheinungsbild wird schon fast der Lächerlichkeit preis gegeben. Etou und Eiko sind 2 typische Fanservice Charaktere, die eigentlich nur eine komische Pseudo-Bedeutung für die Story haben. Letztendlich dienen die Beiden nur für die absolut freizügigsten Szenen, auch wenn sich Eiko später zu einer etwas interessanteren Figur mausert. Ansonsten gibt es noch Charaktere, die einfach viel zu kurz kommen, aber durchaus interessantes Potenzial parat hatten. Ich hatte sowieso das Gefühl, dass bei diesem Anime viel zu viele Charaktere in einem Topf geworfen wurden, wodurch der Topf leicht überlief.
Empfehlung
Da mir der Anime trotz der ganz vielen Schwächen erstaunlich viel Spaß gemacht hat, geht meine Empfehlung an Diejenigen, die sich gerne kurzweilige Action angucken ohne dabei großen Wert auf eine gut durchdachte Story Wert legen. Ichiban wird jetzt garantiert nicht bei den ganz großen Action-Animes mit schwimmen, doch er konnte mich zumindest besser unterhalten, als der meiste Ecchi-Brei. Bei einer weiteren Staffel wäre ich wahrscheinlich sogar dabei.
Fazit
Total missratene Story, verpackt in toller Actionvielfalt und einem tollen Hauptcharakter, der den ganzen Anime beinahe zu einer kompletten One-Man-Show verkommen lässt. „Ichiban Ushiro no Daimaou“ ist nicht schlecht, aber auch nicht allzu gut. Die kurzweilige Unterhaltung reißt aber einiges heraus.
Ichiban Ushiro no Daimaou bekommt 7 von 10 Aufziehplüschel am Hintern.
7/10