Review

Ong-bak 3 beginnt da wo der Vorgänger aufgehört hat. Tien (Tony Jaa) die alte coole Sau überlebt, gerät allerdings in Gefangenschaft seines Wiedersachers Chernang. Eine Sichtung des zweiten Teils, für das verstehen dieser Fortsetzung, ist auch nicht notwendig, da die Macher dem Film eine Art Intro spendierten. Da werden noch einmal die wichtigsten Situationen erklärt und der geneigte Zuschauer ist im Bilde.
 
Was dann folgt ist meines Erachtens einer der wenigen Höhepunkte dieses Streifens und gleichzeitig feinstes Gekloppe. Tien wird in einem aussichtslosen Kampf zur Marionette degradiert. Doch kann er den Spieß, zumindest befristet, umdrehen und haut gewaltig auf die Fresse. Geile Moves, viel Muay Thai und sehenswerte Choreografien bieten ordentlichen Schauwert für Fans des Genres.
 
Dann folgt eine Menschenverachtende Foltersequenz, in deren Verlauf Tien zum Krüppel gemacht wird (Kopf, Rippen, Finger und Knie werden zertrümmert) und eigentlich an den Verletzungen sterben müsste. Doch darf unser Held überleben, wird gerettet, mit Hokuspokus wieder gesund gepflegt und sieht sich mit dem Schicksal eines armen und nutzlosen Bettlers konfrontiert. Der Freitod wäre wahrscheinlich die Erlösung! Doch alles kommt anders. Chernang hört immer wieder Stimmen und hat Illusionen mit denen er nichts anfangen kann. Dann taucht ein mysteriöser Kämpfer auf. Dieser tötet Chernang und übernimmt dessen Posten als Herrscher. Die vielen Sklaven müssen dann auch gleich mal ein neues Domizil bauen. Unterdessen bekehrt ein Mönch Tien, was super zu dessen Rehabilitation beiträgt. Nun wieder ganz der alte (übrigens mit tollem langen Haar, was gerade zu Beginn des Filmes ziemlich verwahrlost aussieht) muss er mit ansehen wie seine Geliebte ermordet wird und sieht nun nur noch ROT!
 
Ganz klar ließt sich diese kurze Plotabhandlung nicht. Der Film wirkt irgendwie zerrissen und zusammen gestückelt. Da gibt es wieder ein langes Training, da wird getanzt, ein wenig philosophiert und vor allem zu viel gequatscht. Elefanten sind natürlich auch wieder ein wichtiges Element und werden erneut in eine Auseinandersetzung integriert. Aber im Prinzip stagniert der Film nach seinem großem Opening und darf sich erst wieder zum Ende hin als reines Martial Arts-Brett betiteln lassen. Ganz eindeutig bietet Ong-bak 3 Schauwerte und die nicht nur im Martial Arts-Bereich, denn visuell gesehen bekommt man ne kleine Praline geboten. Was für solche Filme nicht gewöhnlich ist. Tolle Kostüme, abwechslungsreiche Locations, tolles Make Up, viel Blut und alles wieder in erdig-goldenen Farben. Nein wirklich, und eventuell stehe ich mit dieser Meinung alleine da, optisch ist Ong-bak 3 genau wie sein Vorgänger ein echter Leckerbissen.
 
Trotzdem will der Funke nicht überspringen. Für die kurzen AHA-Momente kommen lange LANGE Schnarch-Momente. Selbst die eingestreuten Rempeleien können nicht darüber hinwegtrösten. Keine Frage auch in diesem Film steckt viel Arbeit und oft wird diese nicht gewürdigt. Aber die Tatsache, hier eine Resteverwertung von nicht verwendeten Szenen aus Ong-bak 2 serviert zu bekommen drängt sich mehr als einmal auf und das ist nicht förderlich.
 
Ong-bak 3 ist wahrscheinlich das was Tony Jaa im Moment bieten kann. Recycling und ein paar nette Fights, jedoch keine Seele, keine Story und vor allem keine erfrischend neue Ideen. Wenigstens geriet diesmal das Ende nicht so plötzlich, sondern eher endgültig. Auf das eine weitere Fortsetzung nur ein verirrter Gedanke meines Geistes bleibt.
 
Fazit: Sehr kurzweiliger Klopper, dessen Star Tony Jaa lieber wieder nur als Akteur unter einem fähigen Megaphonschwinger, agieren sollte. Für Fans, trotz Warnung, unumgänglich sollten alle anderen lieber Abstand halten.
 
5/10

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