"Laut der Vorbestimmung musst du leiden."
Die Rachepläne von Tien (Tony Jaa) an König Rajasena (Sarunyu Wongkrachang) sind gescheitert. Der Verantwortliche für die Ermordung von Tien's Familie lässt ihn über mehrere Tage foltern. Dem Tode Nahe wird er von seinen Anhängern in einem naheliegendem Dorf befreit. Der buddhistische Lehrmeister Bua (Nirut Sirichanya) und Tien's Kindheitsliebe Pim (Primrata Dechudom) kümmern sich um ihn und nach einiger Zeit kehren tatsächlich seine Lebensgeister zurück. Gebrochen durch die Niederlage und die Verunstaltung seines Körpers ist seine Kampfeslust allerdings zum erliegen gebracht.
Währenddessen wird König Rajasena von einem Fluch gequält. Der dämonische Magier Crow (Dan Chupong) bietet dem König seine Hilfe an. Der Preis dafür ist jedoch hoch. Für seine Dienste fordert Crow den Thron und die Herrschaft über das gesamte Land.
Nach der eher mäßigen Qualität des zweiten Teils der "Ong-Bak"-Reihe, war es doch eher fraglich, ob es wirklich eines dritten Teils bedurfte. Das offene Ende suggerierte allerdings eine Fortsetzung, die nun mit "Ong-Bak 3" vorliegt.
Teil 3 kämpfte bei der Produktion mit ähnlichen Problemen wie bereits der direkte Vorgänger. Der eher für die Kampfkunst stehende Tony Jaa übernahm erneut Regie und Hauptrolle, zu einem eher übersichtlichen Budget. Kein Wunder also, dass auch "Ong-Bak 3" nicht an den guten Erstling herankommt, stattdessen qualitativ noch mehr Boden verliert.
"Ong-Bak 3" schließt direkt an Teil 2 an. Vorkenntnisse sind allerdings nicht nötig. Weniger aus dem Grund einiger Rückblenden, sondern vielmehr aus den fehlenden Bezügen zu diesem. Von der Handlung her gesehen ist der Martial-Arts Film, wie erwartet, äußerst dünn und tiefer in der thailändischen Kultur verankert, als alle bisherigen Tony Jaa Filme. In gewisser Weise ist "Ong-Bak 3" Jaa's persönlichster Film, denn er spiegelt den Lebensweg des Kampfkünstlers zum produzierten Zeitpunkt dar.
Dies ist auch ein großer Kritikpunkt. "Ong-Bak 3" tritt, wie das Leben von Tony Jaa, auf einer Stelle. Die einen Großteil einnehmende Geschichte über spirituelle Erneuerung und Selbstfindung verschlingt annähernd den gesamten mittleren Teil des Films. Nur mühsam entfaltet sich dabei die Philosophie der thailändischen Kultur, die für das westliche Publikum sperrig aufbereitet wurde.
Die Actionchoreographie kann sich durchaus sehen lassen, soweit sie denn mal zu sehen ist. Erst am Ende kann sich "Ong-Bak 3" als ein wirklicher Martial-Arts-Streifen bezeichnen. Allerdings sind auch hier Rückschritte sichtbar. Wirklich beeindruckende Kampfszenen wie sie der erste Teil hatte gibt es nicht. Es fehlt den Szenen an Dynamik und Tempo. Auch schnelle Schnitte und wechselhafte Perspektiven führen nicht zur Übersichtlichkeit, rauben dem Film stattdessen seine Qualität.
Unverständlich ist es, weswegen sich "Ong-Bak 3" an seiner unbedingten plakativen Gewalt beweihräuchert. Bereits der zweite Teil setzte im Gegensatz zum Erstling auf Bluteffekte, die zwar treffend waren, jedoch nicht die außerordentliche Akrobatik ersetzen konnte. Der dritte Teil setzt gerade zu Beginn auf enorme Folterszenen, statt seine erwarteten Stärken zu präsentieren.
Unerwartet ist die vorläufige übersichtliche Präsenz des Kampfakrobaten Tony Jaa ("Revenge of the Warrior"). Als Hauptattraktion bietet er nur wenig an präsentierter Choreographie, die für seine Verhältnisse unterfordernd wirken. Dan Chupong ("Born to Fight") stiehlt ihm durch zwar übertriebenes, jedoch ansprechendes Schauspiel und den besseren Kampfszenen beinahe die Show.
Lästig und ohne Zweck sind Petchtai Wongkamlao's ("The Bodyguard") schräge Kurzauftritte, die so garnicht ins Konzept passen wollen. Blass bleiben Primrata Dechudom sowie Sarunyu Wongkrachang, die in ihren Rollen nicht viel Charisma belegen können.
Was "Ong-Bak 2“ vorgemacht hat, setzt "Ong-Bak 3“ fort. Er bewegt sich die qualitative Spirale weiter abwärts. Rein storytechnisch war ohnehin nicht viel zu erwarten, die etwas meditativere Art des Films will aber so überhaupt nicht fruchten. Vermisst werden die Energien und das Tempo nun noch mehr als im direkten Vorgänger, denn der dritte Teil der Reihe zeigt nun noch weniger Actionszenen. Erst gegen Ende wandeln die Kampfchoreographien ein wenig auf den Pfaden des gelungenen ersten Teils, erreichen aber durch die übermäßig plakative Gewalt und enttäuschende Perspektiven nicht deren Brillanz.
3 / 10