Nach einiger Zeit mal wieder ein Film aus Asien, aus Südkorea um genau zu sein. "Das Hausmädchen" ist ein relativ unbekannter koreanischer Film, von dem auch ich im Vorfeld noch nie etwas gehört habe. Ich habe nicht einmal irgendwelche positiven oder negativen Kritiken zu diesem Film gelesen, was eigentlich auch mal gut tut. So konnte ich total neutral an diesen Film heran gehen und das Gesehene total locker auf mich wirken lassen, ohne dabei irgendwelche Kritiken im Hinterkopf zu haben. In "Das Hausmädchen" geht es um die junge Eun-Yi, die ein wenig in Finanznot steckt und dadurch einen Job als Hausmädchen bei einer wohlhabenden Familie annimmt. Eine bereits erfahrene, aber auch ziemlich schroffe und strenge, Hausdame nimmt sie unter ihre Fittiche und lehrt ihr, wie man sich als Hausmädchen zu verhalten hat. Die reiche Familie besteht aus einer jungen Frau, die hochschwanger mit Zwillingen ist, ihrem Ehemann, der ein tüchtiger Geschäftsmann zu sein scheint und der kleinen Tochter Nami, die ein wenig so wirkt, als sei sie dem Film "The Grudge" entsprungen. Anfangs läuft alle relativ normal, doch leider hat der Hausherr ein ein Auge auf die junge Eun-Yi geworfen, was viele bösartige Konsequenzen zur Folge hat. Um es kurz und knapp zu sagen : Der Film ist grundsolide, aber definitiv nicht das Nonplusultra aus dem asiatischen Kino. Man weiß ja, dass in Asien eine ganz eigene Art von Filmkunst herrscht und deshalb wirkt dieser Film fast schon ein wenig zu gewöhnlich. Auch auf der Erotik-Skala, weshalb er wahrscheinlich so "skandalös" sein soll, dürfen hier vor allem die männlichen Zuschauer nichts außergewöhnliches erwarten. Der Film plätschert die meiste Zeit ein wenig langatmig vor sich hin und baut gelegentlich mittelmäßige Spannung auf, die aber zu zaghaft und harmlos vollendet werden. Der Film hat zwar einige harte Stellen auf Lager, besonders die Schlussakt geht unheimlich an die Nieren, aber gerade aus Südkorea ist man auch in diesem Bereich viel Härteres gewohnt (siehe Oldboy). Zudem gehen viele bedeutende Ereignisse einfach zu langweilig über die Bühne und auch einige Fragen, die man ruhig hätte beantworten können, bleiben gänzlich ungelöst. Großes Lob hingegen kann ich an die Schauspieler geben, die Alle einen sehr authentischen und überzeugenden Job machen. Besonders die kleine Dame, die hier Nami verkörpert, spielt für ihr Alter verdammt gut und hat eine liebevolle, aber gleichzeitig auch unheimliche Aura. Unsere Hauptdarstellerin spielt ihre Rolle zwar gut, aber sie haut in dem Film teilweise Aktionen raus, die nur schwer nachvollziehbar sind, vielleicht gilt das aber auch nur für die europäische bzw westliche Welt.
Tja, ansonsten gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Wer sowieso ein großer Fan von asiatischen Filmen ist, wird um diesen Film so oder so nicht drumherum kommen. Aber ich bin deutlich Besseres aus Asien und vor allem aus Südkorea gewohnt, weshalb man sich "Das Hausmädchen" aus meiner Sicht zwar 1x anschauen kann, aber auch nichts Großes verpasst, wenn man den Film links liegen lässt.
Fazit : Top Schauspieler, angenehme Atmosphäre und ein packendes Finale. Leider baut der Film zu wenig Spannung auf und kümmert sich zu häufig um uninteressante Themen. Mit großer Sicherheit nicht vergleichbar mit Werken wie "Lady Vengeance" oder "I saw the Devil".
6,5/10