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Nachdem ihr Vater eines unnatürlichen Todes gestorben ist, erbt die junge Jennifer (Melissa Carnell) dessen Hütte irgendwo in einer waldreichen Gegend von Texas, am titelgebenden Boggy Creek-See. Um sich etwas zu zerstreuen, lädt sie eine Freundin ein, die wiederum weitere Freunde mitbringt, sodaß sich am Ende 5 Twens in der Hütte tummeln.
Da die zwischenmenschlichen Beziehungen noch nicht abschließend geklärt sind, wird der Vorschlag, in den Wäldern zu zelten, gerne angenommen - doch da draußen hält sich ein geheimnisvolles Wesen auf, das im Laufe der letzten Jahre mehrere Menschen und Tiere angefallen und ausgeweidet hatte. Dies behauptet zumindest der Nachbar Dustin, der stets mit seinem Gewehr herumschleicht. Die jungen Stadtmenschen jedoch haben für solcherlei schon zu oft gehörte Bigfoot-Sagen kein Verständnis und schlagen die Warnungen in den Wind. Ein Fehler, wie sich herausstellt, denn das haarige Zottelmonster gibt es wirklich und es hat die Neuankömmlinge auch schon im Visier...

Eine weitere Interpretation der US-amerikanischen Sagengestalt legte Regisseur Brian T. Jaynes mit seinem 2010 erschienenen Boggy Creek vor - leider folgt der Streifen dem bereits sattsam bekannten Slasher-muster von ahnungslos-dämlichen Teenagern, die einer nach dem anderen dran glauben müssen. Keine neue Idee, keine besondere Wendung begleitet das vorhersehbare Geschehen, und da die Beteiligten in keinster Weise sympathisch rüberkommen, bleibt einem deren Ableben auch herzlich egal.

Der mit sehr geringem Budget in Texas gedrehte Streifen plätschert eine gute Stunde gemächlich vor sich hin, läßt dabei schon die ersten Opfer verschwinden, was die übrigen Camper aber fast nicht bemerken. Die Kills geschehen mal wieder größtenteils im Off, während einige kurze Großaufnahmen auf blutiges Gewebe/Körperteile ausreichen müssen, dem gelangweilten Publikum anzuzeigen, daß die Twens mal wieder eine/einer weniger geworden sind. Der Bigfoot selbst ist ganz nett dekoriert, taucht allerdings schon ganz am Anfang und damit zu früh auf - diesen Effekt hätte man wesentlich wirkungsvoller erst zum Schluß bringen sollen. 

Durch die eingeschobenen Unterhaltungen über die Gefühlswelten der Twens wirkt der Streifen streckenweise auch wie eine Seifenoper, bis sich dann mal wieder einer/eine von der Gruppe entfernt und der Waldschrat aktiv wird. Die beiden Sheriffs aus der Anfangs- und einer späteren Szene, die von den Opfern wissen und die Leichenfunde kriminaltechnisch behandeln müssen, warnen die Twens nicht, und die Besucher selbst fragen auch nicht nach, sodaß der Auftritt der Gesetzeshüter keinen rechten Sinn ergibt, da beide Gruppen nie miteinander kommunizieren.
Bleibt noch der Typ mit dem Gewehr, der den Bigfoot wohl gerne erledigen möchte (weil der seine Frau nachts im See verfrühstückt hatte), dies aber bisher nicht geschafft hat. Irgendwie auch folgerichtig, daß er auch diesmal nicht zum Schuß kommt. Was macht so ein Charakter in so einer Story? Dasselbe wie die Sheriffs: ein bißchen Füllstoff, damit die Kamera nicht nur an den klischeehaften Twens klebt.

Braucht man so einen Film? Nicht wirklich. Boggy Creek vermag, entgegen seinem deutschen Zusatztitel Das Bigfoot Massaker, dem Subgenre um das haarige amerikanische Urzeitviech nicht einmal die kleinste Facette hinzuzufügen, sondern kurbelt behäbig einen bezüglich des Gore-Gehalts ohnehin harmlosen Slasher herunter, der dank seines einfallslos-langweiligen Drehbuchs am Ende noch nicht einmal Horror-Durchschnittsniveau erreicht. 2 Punkte.

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