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Es kann nicht um weniger als das Schicksal der Welt gehen, wenn Merlin gleich in der ersten Szene stirbt, seine Mörderin Morgana (Alice Krige) von der schönen Veronica (Monica Bellucci) eingeatmet wird, woraufhin sie von Balthazar Blake (Nicolas Cage) in eine Holz-Babuschka eingesperrt wird - zusammen mit dem bösen Maxim (Alfred Molina), der Morgana bei ihrem frevelhaften Tun unterstützte. Leider handelte es sich bei der besagten Babuschka um keine endgültige Lösung, weshalb Blake den Auftrag erhält, den Auserwählten zu finden, der in der Lage ist, Morgana wirklich zu vernichten.

Damit steht die Grundkonstellation fest, die sich wie folgt zusammenfassen lässt - es gibt einen bösen Magier, der Morgana aus der Babuschka befreien will, und einen guten Magier, der zwar viel Zauberkraft besitzt, aber die sehr böse Morgana nicht besiegen kann. Dafür braucht er einen Helfer, nachdem er fast tausend Jahre sucht, und den er glücklicherweise im Jahr 2000 findet, als der 10jährige Dave auf der Suche nach einem Zettel, auf dem steht, ob seine Klassenkameradin Becky mit ihm gehen will, in seinen Antiquitätenladen stolpert. Doch das erste Treffen zwischen dem Magier und seinem zukünftigen Schüler steht unter keinem guten Stern, denn dieser fummelt so ungeschickt an der Babuschka herum, dass Maxim aus dieser entwischen kann. Es kommt zum Kampf zwischen den Zauberern, worauf Blake sich Maxim wieder einverleibt.

Dieser Zustand hält bis ins Jahr 2010 an, ohne das es offensichtlich wird, warum, aber immerhin reift Dave (Jay Baruchel) in dieser Zeit zum klassischen Nerd - leicht schräg, Physikstudent und natürlich ohne Freundin. Dadurch das sich Maxim plötzlich wieder befreien kann, gerät Dave in den Kampf um die Babuschka, und wird von Blake damit konfrontiert, möglichst schnell das Zaubern zu lernen. Es sind die zwei Parallelwelten, aus denen "Duell der Magier" seinen Reiz gewinnt, denn da der ganze Hokuspokus um Blake und Maxim vor allem die CGI-Abteilung beschäftigte, während die Drehbuchautoren arbeitslos blieben, kann Jay Baruchel hier immerhin eine erneute Kostprobe seines Nerd-Daseins abliefern.

Wirklich überraschende oder gar spannende Elemente weist der Film erwartungsgemäß nicht auf, denn trotz der großen Macht über die die Zauberer verfügen, bleiben ihre Kunststückchen vor allem Spielerei. Das zeigt sich besonders bei der großen Verfolgungsjagd durch die nächtliche Stadt. Zwar können Beide per Handauflegen ihre alte Karre in aktuelle Supersportwagen verwandeln, aber den Tunnel zum Einsturz bringen, können sie nicht. Dabei wäre das deutlich effektiver gewesen, aber natürlich verzichtet die Handlung darauf, "normale" Menschen in Mitleidenschaft zu ziehen - angesichts der Tatsache, dass Maxim die Menschheit vollständig vernichten will, eine seltsame Rücksichtnahme.

"Duell der Magier" schwitzt das Walt-Disney Siegel aus allen Poren, was sich auch im Zitat der eigenen glorreichen Vergangenheit zeigt. Dave ahmt "Micky als Zauberlehrling" (aus dem Trickfilmklassiker "Fantasia") nach, als er versucht per Zaubertrick sein physikalisches Labor zu reinigen, bevor die süße Becky (Teresa Palmer) bei ihm auftaucht, die er an der Uni wieder getroffen hat. Doch es bleibt bei dieser Anspielung, die sich in Daves allgemeinen Nerd-Status einreiht, der es ihm sehr schwierig macht, Becky als Freundin zu gewinnen. Dabei stehen seine Aussichten gar nicht schlecht, denn Becky hat weder einen Freund, noch gibt es einen Nebenbuhler. Ganz so komplex sollte die Story um ihre Annäherung dann doch nicht werden. Schließlich steht das große Ganze im Mittelpunkt, weshalb ein Zaubertrick den nächsten jagt, die Babuschka ständig den Besitzer wechselt und Dave zunehmend besser zaubern kann, was sich gar nicht so schlecht vor Becky macht.

Der Troika Cage, Molina und Baruchel ist es zu verdanken, dass "Duell der Magier" nicht ganz zum hohlen CGI-Gewitter verkommt - während Molina gedämpft zynische Sprüche loslassen darf, entsteht aus dem Gegensatz zwischen dem ernsthaften Cage und dem skurrilen Baruchel der meiste Witz. Auch Toby Kebell als selbstverliebter Zauberer Drake Stone, der als Helfer von Maxim rekrutiert wird, hat seine komischen Momente, wird aber zum Ende hin billig fallen gelassen, was schade ist, weil bei ihm kleine Anzeichen von Ambivalenz zu erkennen waren.

Doch mit so etwas hält sich der familientaugliche, kunterbunte Film erst gar nicht auf, dessen Story nach gewohnten Mustern bis zum vorhersehbaren Ende vollzogen wird. Routiniert und ohne den Verdacht wecken zu wollen, Unterhaltung mit Anspruch zu bieten, erfüllt er die Erwartung eines typischen Kino-Nachmittags-Publikums (4/10).

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