Was für Bilder! So beeindruckende Szenen sieht man wirklich nicht alle Tage. Erfahrungsgemäß ist es ja so, dass gelungene Kamera gleichbedeutend ist mit dichter Atmosphäre. Auch hier trifft das voll zu. Die Atmosphäre ist die von ästhetisierter Leere und vielleicht auch noch ein wenig die des Fremden. In ganz wenigen Passagen des Films geht das in Richtung Angst, nie wird Bedrohlichkeit vermittelt. Die Reise, die einziger Inhalt dieses Films ist, ist zwar sicher keine ungefährliche, aber die beiden Protagonisten schweben gleichsam unberührt über dieser Gefahr. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass es den Darstellern kaum gelingt, den beiden Figuren Leben einzuhauchen. Dabei spielen sie wirklich nicht schlecht. Meiner Meinung nach schlagen hier deutlich die Schwächen des Konzepts durch. Improvisierte Szenen können großartige Highlights schaffen (ich sage nur APOCALYPSE NOW), hier funktioniert das aber leider gar nicht. Die Figuren bleiben bei aller vorsichtiger Sympathie geradezu sträflich blass. Zudem erscheinen sie, wie bereits erwähnt, völlig ungefährdet.
Ergebnis davon ist: der Zuschauer bleibt draußen, er findet einfach keinen Zugang zu diesem Film. Stattdessen lehnt er sich gemütlich zurück, genießt den Bilderreigen und fragt sich am Ende, was das jetzt wohl sollte. Action ist Mangelware und die Darbietungsweise und der Ton des Films sind auch nicht dazu angetan, den Zuschauer aus seiner wohligen Rücklage wieder herauszubringen.
Ich persönlich kann mit gelungener Optik und schöner Atmosphäre sehr gut 90 Minuten überstehen. Ich kann aber auch verstehen, dass dieser Film bei jemandem, der auf ein SF-Spektakel aus war (und der Titel suggeriert so etwas ja durchaus), auf totale Ablehnung stößt.
Es gibt sicherlich einiges, was man in den Film hineininterpretieren kann (dazu braucht man nur einen kurzen Blick in einige der anderen Reviews zu werfen). Ich wundere mich aber doch darüber, dass dieser Versuch so gerne unternommen wird. MONSTERS ist ein Film, der sich sicherlich nicht vorwerfen lassen muss, sich anzubiedern. Dafür geht er einen Weg, der zu weit vom Mainstream entfernt ist, was bei diesem Titel und der Grundkonstellation der Geschichte eine ziemliche Überraschung ist. Den Vorwurf, dass MONSTERS keinen wirklichen Charakter hat und 90 Minuten lang eine glatten Oberflächlichkeit zelebriert, diesen Vorwurf mache ich dem Film aber auf jeden Fall. Denn letztlich bekommt der Zuschauer hier nicht mehr geliefert als ein paar fadenscheinige Ansatzpunkte. Anhänger dieses Films werden da sicher von Subtilität reden und davon, dass es einem selbst überlassen bleibt, sich das Gesamtbild des Films zu erschließen. Sorry, für mich hat das ganz und gar nicht funktioniert. Fünf Punkte für den gelungenen Schein der poetisch-melacholischen Andersartigkeit und den auch damit schon bewiesenen Mut der treibenden Köpfe. Schade, dass sie nicht auch den Mut hatten hier mehr zu investieren und die angedeuteten Wege konsequent bis zum Ende zu beschreiten.