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Sylvester Stallone versammelt neben sich selbst einige der bekanntesten Action-Stars vergangener Tage und die Kühnen unter den Optimisten erwarten das größte Spektakel aller Zeiten. Als Hommage an den Action-Film der achtziger Jahre angesetzt stellt sich also die Frage, ob sich Stallone inszenatorisch mit den Vätern seines Gedankens - Leute wie John McTiernan oder James Cameron - messen kann. Selbst nach dem soliden "(John) Rambo" war dies eher unwahrscheinlich.

Doch leider geht der Film, von der Besetzung mal abgesehen, gar nicht als Hommage an den Action-Film der Achtziger durch: zu wackelig die Kamera, zu schnell die Schintte, zu computeranimiert die Explosionen. Stilistisch handelt es sich also eher um einen modernen Action-Film. Zugegebenermaßen um einen sehr kurzweiligen, aber eben um keinen, der irgendwelche Maßstäbe setzt, geschweige denn die Höhen der achtziger Jahre erreicht.

Die eigentliche Hommage liegt im Zusammentreffen von Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger, bei dem alte Rivalitäten und aktuelle Ambitionen selbstironisch auf die Schippe genommen werden. Ob die beiden nun auch im Film (vielleicht in der Fortsetzung?) zusammen Essen gehen? Arnie - mit unverändert unvergleichlichem Ösi-Akzent - sagt dazu: "in a dousand years!"

Weiter in der Besetzungsliste: Jason Statham gibt den modernen Action-Star, der verliebt und verletzt sein darf, Jet Li kommt eher Jackie Chan-mäßig rüber, Bruce Willis bleibt in seiner Gastrolle recht blass, Mickey Rourke lässt sich beim Schauspielen erwischen und Dolph Lundgren ist der, dem man den Söldner noch am ehesten abnimmt - 25 Jahre nach "Rocky IV" sieht der alte Schwede noch genau so fit wie damals aus.

Die Story lässt - zum Spaße aller Testoren-Freunde - kaum ein Klischee aus: Statham verprügelt den Neuen seiner "doch nicht-Freundin", nachdem der ihr ein blaues Auge verpasst hat, Stallone fühlt sich (weshalb auch immer) der hübschen Dissidentin verpflichtet und beide zusammmen (Stallone und Statham) mähen ohne Knarren eine zahlenmäßige Fußballmannschaft mit Auswechselbank nieder, die bis unter die Zähne bewannet ist - wobei man sich nach wenigen Sekunden fragt, weshalb nicht einer der Bösen einfach schießt. Herrlich!
Bei weitem nicht so überzeugend wie Stallone, Statham & Co. kommen die "Oberbösen" daher: der General ist kaum bedrohlicher als eine Krichenmaus und Eric Roberts hat nur wenig Gelegenheit, so richtig fies zu sein.

Sei es drum. Was bleibt ist eine äußerst unterhaltsamer Action-Film, der sich ob der Besetzungsliste einen Bonuspukt verdient. Doch ein zukünftiger Klassiker? NOT "in a dousand years"!

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