Ich denke über die Story brauche ich kein Wort mehr zu verlieren, die dürfte mittlerweile bekannt sein.
Als ich zum ersten mal davon hörte, dass Sylvester Stallone einen Film machen will in dem er alle Actionhelden der 80er und 90er vereint wusste ich, dass dabei etwas ganz besonderes rauskommen wird. Seine Qualitäten als Regisseur hat er schon oft genug unter Beweis gestellt, jeder seiner Filme bei denen er selbst Regie geführt hat haben das gewisse etwas. Er versteht es auch handwerklich wie kein zweiter Action (und Gewalt) auf die Leinwand zu bringen, John Rambo ist dafür ein Paradebeispiel.
Nun zum Film: Gleich in den ersten Minuten wird klar, welche Richtung der Film einschlägt: Gute, alte, handegemachte Action mit einer Prise Humor und einem Hauch von Emotionen (damit meine ich die Piratenszene incl. Heimflug, diese Szenen gehören eindeutig Lundgren). Sofort werden Erinnerungen an alte Actionklassiker der 80er und 90er Jahre wach, so ein Gefühl hatte ich im Kino schon lange nicht mehr. Positiv überrascht war ich von Dolph Lundgren, ich hätte keine derart überzeugende Performance erwartet. Dem Bekanntheitsgrad entsprechend ist seine Rolle eher etwas klein, genauso wie die von Crews, Austin und Couture. Da hat Stallone ein glückliches Händchen bewiesen: Man kann sagen, dass jeder seinem Status entsprechend seine Momente bekommen hat. Statham, als aktuellster Star, hat neben Stallone die größte Rolle und die coolsten Actionmomente (ich sage nur Basketballplatz). Rourke, wieder auf dem aufsteigenden Ast, hat natürlich die emotionalste Szene und bringt meiner Meinung nach die beste schauspielerische Leistung im Film. Lee, der seine beste Zeit vielleicht schon hinter sich hat, kann mit seinen Part wirklich zufrieden sein was Umfang und Action angeht. Die Gastauftritte von Willis und Arnie schließlich sind das i-Tüpfelchen in einem rundum gelungen Film, auch wenn sich wahrscheinlich jeder gewünscht hätte, dass ihr Auftritt länger als nur 3 Minuten dauert. Und schließlich Stallone: Überzeugend wie immer, und fit wie ein 30-jähriger ! Was die körperliche Form angeht, stellt er all seine jüngeren Kollegen in den Schatten. Er war zwar nicht der massigste auf der Leinwand (Austin, Crews), aber mit Abstand der härteste (selbst auf seinem Rücken waren Venen und Äderchen zu sehen !). Jeder der selbst bisschen Kraftsport oder Bodybuilding betreibt weiß, wie schwer es ist in Form zu kommen und diese dann zu halten. Wie dieser Mann das im Alter von 64 Jahren macht, ist unbegreiflich. Ich erwähne das deshalb, weil die körperliche Form und die Fitness der Schauspieler meiner Meinung nach in so einen Film extrem wichtig ist. Erst dadurch wird der Film überzeugend, erst dann nimmt man ihnen das ab, was sie da auf der Leinwand "in Action" veranstalten. So war das in den 80ern und so ist es in "The Expendables": Die Schauspieler überzeugen durch körperliche Präsenz !
Fazit: "The Expendables" ist eine rundum gelungene Wiederbelebung des handgemachten Actionfilms der 80er Jahre. Stallone hat es geschafft, jedem der Stars seine ganz besonderen Momente zu geben und sie überzeugend in Szene zu setzen. Humor, Emotionen und Action stehen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander. Der Film rockt in den Actionsequenzen und unterhält in den ruhigen Parts, ohne dabei langweilig zu werden. Die Action ist top: Blutig, hart und cool !
Stallone hat bereits einen 15 Minuten längeren Directors Cut auf DVD/BD angekündigt, der mehr Humor und Action enthalten soll. Das ist das einzige was "The Expendables" toppen könnte: Ein 15 Minuten längerer "Expendables" !