"Was hat der fürn Problem?" ... "Er will Präsident werden."
Der bestens ausgebildete Söldnertrupp The Expendables, bestehend aus dem Strategen Barney Ross (Sylvester Stallone), dem Messerexperten Lee Christmas (Jason Statham), Nahkampfspezialist Yin Yang (Jet Li), Sprengstoff-Experte Toll Road (Randy Couture), Scharfschütze Gunnar Jensen (Dolph Lundgren) und Feuerwaffen-Spezialist Hale Caesar (Terry Crews), erhält den Auftrag den diktatorisch herrschenden General Garza (David Zayas) zu stürzen. Während der Operation gerät der Söldnertrupp jedoch in eine vom Auftraggeber gestellte Falle und sieht sich plötzlich zwischen den Fronten ihrer eigenen Landsleute und der Gefolgschaft des Diktators.
Jedem Actionfan war "The Expendables" schon früh ein Begriff, wollte Sylvester Stallone ("Rambo"-Reihe, "Rocky"-Reihe) doch mit seinem Film die 80er und 90er Actionfilme wieder auferstehen lassen. Dies kann man als Fan nur gutheißen, denn die zu dieser Zeit produzierten Filme des Genres konzentrierten sich noch auf das Wesentliche: eine sinnbefreite Handlung und handgefertigte Actionszenen ohne computerunterstütze Mittel.
Die rahmengebende Handlung ist nicht nur dünn sondern im Grunde gänzlich überflüssig. Schließlich ist anzunehmen, dass sich der typische "The Expendables"-Seher nichts sehnlicher wünscht, als dass die Action möglichst schnell ins Rollen kommt. Stallone gibt sich dennoch Mühe seiner Darstellerriege durch ein wenig Hintergrundwissen mehr Tiefe zu geben und erleidet dabei Schiffbruch. Die ersten 30 Minuten behandeln nebst einer Menge eingeführter Figuren einen Handlungsstrang um Statham's Charakter und dessen klischeebehafteter, missglückter Affäre, der nur als Aufmacher für eine Prügelsequenz dient und schließlich gänzlich fallengelassen wird.
Eine Konsequenz trägt auch die wahre Masse an Actionfilmhelden und -ikonen: Im Gegensatz zur "Rambo"-Reihe fehlt hier die emotionale Bindung zu einer Identifikationsfigur.
Trotz Längen findet sich in der ersten halben Stunde eine Szene, deren Ironie "The Expendables" auch weiterhin aufrecht hält und in der oben genanntes Zitat fällt: Ein Treffen vor der Kamera mit Bruce Willis ("Stirb langsam"-Reihe), Arnold Schwarzenegger ("Terminator"-Reihe) und Sylvester Stallone, das so bislang einzigartig ist. Mittels süffisanter Seitenhiebe auf die realen Ereignisse der Darsteller, kommt der Fan hier auf jeden Fall auf seine Kosten.
Nach der anfänglichen Phase findet "The Expendables" glücklicherweise den Anschluss an die 80er / 90er Streifen des Genres und beschränkt sich auf die Actionszenen. Schusswechsel mit jeder Menge blutigen Einschüssen, Verfolgungsjagden oder gar ein Flugzeug das spektakulär einen Bootssteg zerlegt sind nur ein paar der gnadenlos überzogenen, aber enorm temporeichen Sequenzen, die sich im Finale zu einer wahren Materialschlacht steigern.
Bis auf die Einbindung von sichtbarem digitalen Feuer und Blutfontänen funktionieren diese Szenen auch auf visueller Ebene grandios, obwohl die teils sehr hektischen Schnitte nicht immer die Übersicht garantieren. Schade, dass sich Stallone hier hin und wieder für die kostengünstigere Variante entschieden hat.
Geradezu beeindruckend ist der große Anteil an bekannten Gesichtern, die Stallone vor der Kamera versammeln konnte. Durch Hau-Drauf Spezialisten wie Jason Statham ("Transporter"-Reihe), Jet Li ("The Forbidden Kingdom"), Dolph Lundgren ("Universal Soldier"), Steve Austin, Randy Couture, Terry Crews ("Street Kings") und Mickey Rourke ("Sin City") ist der Testosterongehalt kaum noch mehr zu überbieten.
Zunächst Ernüchterung, denn die Einführung des Films zieht sich durch misslungene Versuche klischeebeladene Figuren zu etablieren. Nachdem aber die erste halbe Stunde erarbeitet ist, entwickelt sich "The Expendables" zu einem klassischen, temporeichen Actionfilm. Im Stile eines "Rambo" Films inszeniert Stallone sein sinnbefreites Werk mit einer Menge Selbstironie und einem wahren Massenauflauf gealterter Actionhelden, die auch heute noch brachial Zugange sein können.
8 / 10