Es war ja schon abzusehen, welch Euphorie dieser Streifen (insbesondere bei den alten Action-Fans) auslösen würde. Kein Wunder, bei solch legendärer Besetzung... Wie lange haben wir dem Spektakel hingefiebert, bis wir das Ganze dann endlich im Kino mit offenen Mündern bestaunen durften.
Sly rafft sich nochmal auf, trommelt die alten Haudegen aus den 80ern zusammen, um uns erneut zu zeigen, wo der Hammer hängt. Selbstverständlich ist die Handlung minimal und ich glaube kaum, dass sich auch nur einer, der Sinn für "stupide" Action-Filme besitzt, kompliziertere Handlungsstränge erhofft hat. Der gemeine Intellektuelle wird das Fehlen einer glaubhaften Story wahrscheinlich bemängeln. Ich gehe jetzt trotzdem nicht explizit auf die Story ein, um nichts vorweg zu nehmen.
Man darf sich getrost auf massig Explosionen und Schusswechsel härtester Sorte freuen, die in The Expendables hin und wieder zwar billig wirken, was aber wiederum den Trash-Faktor erhöht und einen angestaubten Charme mitbringt, der die aus der Mottenkiste rausgekramten Helden Lundgren und Konsorten noch kultiger wirken lässt.
Natürlich sind hier viele bekannte Gesichter dabei und es kann nicht jeder die Screentime bekommen, die ihm eigentlich gebührt. Doch ich finde, jeder hatte seine eigenen großen Momente im Film. Selbst Mickey Rourke, der wirklich eine kleine Nebenrolle hat, gerät hier nicht in Vergessenheit. Die Geschichte, die er erzählt, ist im Gegensatz zu dem ganzen Gefetze sogar fast ein Bisschen rührend. Li war mal wieder unglaublich witzig und durfte mitunter die besten Sprüche vom Stapel lassen. Statham wirkt natürlich wie ein Grundschüler gegen die anderen, da er eher in der neueren Action-Helden-Generation einzuordnen ist, doch die Nummer auf dem Basketball-Feld ist dennoch einfach nur herrlich. Das Gipfeltreffen von Sly, Arnie und Willis ist zwar nicht der Höhepunkt des Films, trotzdem aber die Kirsche auf der Sahnehaube, weil man dies vorher noch nicht auf die Mattscheibe bekommen hat.
Zum Glück nimmt der Film sich selber nicht ernst, sondern ist durchtränkt von Ironie und humorvoller Selbstkritik. Ein reinrassiger Action-Knüller. Vielleicht ein Bisschen dick aufgetragen, aber köstlich trashig und kultig. Gab auch sonst eigentlich nix vergleichbares im Kino 2010.
8/10