Welcher Stallone Fan erinnert sich nicht gerne an den Dialog von Rambo II aus dem Jahr 1985; Rambo: Ach wissen Sie, ich bin entbehrlich. Co: Was bedeutet das entbehrlich? Rambo: Das ist so, wie wenn man von jemandem auf eine Party eingeladen wird und man dann nicht hin geht, man spielt einfach keine Rolle".... "Rambo... du bist nicht entbehrlich" oder "expendable" um das ganze mal ins Englische zu übersetzen...Ob Sly sich bei der Namensgebung 2010 zu The Expendables von diesen Zeilen hat inspirieren lassen wissen wir nicht, jedenfalls wurde aus seiner Idee, so viele gestrige Action Stars wie möglich in einem großen Actionfilm zu vereinen um der Welt zu zeigen, dass es die alten Herren doch noch drauf haben, also nicht entbehrlich sind, ein gigantisches Actionfeuerwerk, dass auch an den weltweiten Kinokassen gute Einspielergebnisse erzielen konnte. Das Script stammte eigentlich vom amerikanischen Drehbuchautor Dave Callaham der an einer Story für einen Söldner Actionfilm (Barrow) arbeitete, Stallone übernahm es in sein Drehbuch in angepasster Form. Das bei dieser Art von Film keine einfallsreiche Storyline mit hohem Anspruchsgehalt bzw. nachvollziehbarer Logik zu erwarten ist, dürfe jedem klar sein, mit anderen Worten: Die Handlung ist hier nur als Mittel zum Zweck vorhanden und der heißt ACTION, und das groß geschrieben! Inhaltlich geht es um eine Söldnertruppe, angeführt von Barney Ross (Sylvester Stallone), die den Auftrag vom CIA Agenten Church (Bruce Willis) erhält, den Diktator General Gaza (David Zayas) eines südamerikanischen Inselstaats Vilena zu stürzen. Was sie nicht wissen: Gaza ist nichts weiter als eine Marionette vom EX CIA Agenten Monroe (Eric Roberts), er ist der eigentliche Machthaber auf der Insel und unterdrückt skrupellos mit seinen Schergen die gesamte Bevölkerung der Insel. Als die Tochter von Gaza, die Freiheitkämpferin Sandra gefangen genommen wird, versuchen die Expendables sie zu befreien und Monroe das Handwerk zu legen...
Auf seinem DVD Cover wirbt der Film mit dem größten Action Cast aller Zeiten und hat damit nicht ganz unrecht. Stallone, Statham, Lundgren, Jet Li, Eric Roberts, Steve Austin usw., dass sind schon klangvolle Namen, dazu bekommen Schwarzenegger und Willis noch einen denkwürdigen Kurzauftritt mit Stallone in einem Raum spendiert (Stichwort Kirchenszene). Wenn so viele Häuptlinge mitspielen, läuft man Gefahr, dass einige seiner Protagonisten zu kurz kommen könnten, doch Stallone gelingt es, dieses Problem moderat zu lösen, jede Figur hat individuelle Fähigkeiten spendiert bekommen, dazu erhält jeder auch seine eigene kleine Hintergrundstory und aus meiner Sicht ausreichend Screentime, wobei der Fokus hier klar auf Stallone und Statham ausgerichtet ist. Darstellerisch spielt jedenfalls die gesamte Mannschaft groß auf, man merkt, dass alle Beteiligten mit viel Spaß und Arrangement bei der Sache waren um Ihre Rollen so überzeugend wie möglich auf die Leinwand zu bringen. Ein Extralob verdient sich Dolph Lundgren, der den Part des etwas psychopatisch wirkenden Gunner Jensen beeindruckend ausfüllt, die diabolische und charismatische Performance des Hauptbösewichts Eric Roberts verdient ebenfalls eine zusätzliche Erwähnung.
Kommen wir nun zum Wichtigsten, zur Action. Expendables bietet hier wirklich alles, was das Actionherz begehrt, von blutigen Shootouts und harten Martial Arts Zweikämpfen bis zu groß inszenierten Explosionen und Verfolgungsjagden, alles rasant und explosiv geschnitten sowie optisch ansprechend mit zusätzlichen Effekten wie Zeitlupen oder blick gerichteter Schuss Kamera ergänzt, dazu wird das Visuelle musikalisch unterlegt vom überwältigendem Brian Tyler Expendables Film-Score, was den Actionsequenzen zusätzlich noch eine Extra Dynamik verleiht. Die schnelle Schnitttechnik ist natürlich auch ein bisschen Geschmackssache, d.h. es gibt durchaus auch Stimmen, die sich hier ein bisschen weniger Speed und dafür mehr Übersichtlichkeit gewünscht hätten, mich persönlich hat die verwendete Umsetzung (vor allem bei den hervorragend choreographierten Martial Arts Zweikämpfen) begeistert. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Action im Film dosiert und auf sich aufbauend in die Handlung eingesetzt wurde, so lässt Stallone es nach dem Opener (Geiselbefreiung) erst einmal wieder ruhiger angehen, ehe das Tempo wieder im weiteren Verlauf des Films Stück für Stück angezogen wird und in einem 20 minütigem Action-Bombast-Finale endet. Die Action ist größtenteils handgemacht, hin und wieder werden auch CGI Effekte verwendet, die größtenteils überzeugen können, bei einigen wenigen Momenten jedoch ein bisschen arg gekünstelt wirken (Stichwort Feuereffekte). Aufgelockert wird das Ganze bei Expendables wie in vielen anderen Filmen seiner Art von jeder Menge markigen Onlinern, humorigen Einlagen und einem Schuss Selbstironie.Wertungstechnisch vergebe ich schlussendlich 9,5 von 10 Punkte. The Expendables ist bestimmt nicht ganz perfekt und hat mit Sicherheit auch seine kleinen Schönheitsfehler (teilweise billig wirkende CGI Effekte, Logikdifferenzen), diese kann man aber getrost verschmerzen. Am Beeindruckendsten ist für mich jedoch das spürbare Herzblut, mit dem Stallone sein Wunschprojekt hier umgesetzt hat, das Werk atmet den Geist der 80er / 90er Jahre in jeder Filmminute und liefert grandiose Action, die unterhaltsam und temporeich realisiert ist, mit einer Besetzung, die Seinesgleichen sucht.