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Panasiatische, zaghafte Action atrocity aus dem Hause B & E Productions, dass das wenig beachtete, nur wegen Quälereien während und nach dem Dreh ein wenig in die Aufmerksamkeit der Genremedien – sprich: der eher auf den Kantonesischen Film spezialisierten Fanzines – gelangte Regiedebüt von Michael Biehn und gleichzeitig auch dessen brüchige Verweigerung darstellt. Biehn, der sich im Nachhinein und aufgrund mangelnder Beteiligung an der Post Production sowie erste verheerender Kritiken von dem Werk mehr oder minder distanziert und einen öffentlichen Schlagabtausch mit Schirmherr Bey Logan ausgetragen hat, liefert hier allerdings nicht nur als Regisseur, sondern auch Darsteller eher das Wrack von einem eventuell mal mehr versprechenden Stück. Der proklamiert erste Teil einer ebenso im Dunkeln und nur mit besten Willen glaubhaft angekündigten The Blood Bond Saga: Shadowguard, auf dessen Weiterführung in ebensolchen Fehlschlägen man doch gut und gerne verzichten kann. Vorhang auf:

Purma, Südostasien. Das Land steht unter dem Aufruhr eines Bürgerkrieges, der von den terroristischen Rebellen des PLM unter Kommandierung von Kin Lompoc [ Simon Yam ] geführt wird. Als dabei und in dessen Auftrag der religiöse Friedensstifter Bagwun [ Ye Xiao-keng ] trotz erbitterter Gegenwehr seiner Leibwächterin Deva [ Phoenix Valen ] heimtückisch angegriffen und schwer verletzt wird, kann nur noch die Transfusion einer seltenen Blutgruppe die Rettung des spirituellen Oberhauptes und so die Rettung des Landes bringen. Einer der wenigen möglichen Spender ist John Tremayne [ Michael Biehn ], ein Ex-Söldner, der sich nur zögerlich von seiner neuen Aufgabe überzeugen lässt, sich bald aber als letzte Möglichkeit und gleichzeitig nötige Verteidigung gegen die Attacken von Lompocs rechter Hand Guang Di [ Emma Pei Pei ] erweist.  

Gedreht in China, stellt zumindest die Umgebung für dieses Husarenstück an Ideen- und Nutzlosigkeit die theoretisch geeignete Kulisse für Mehr und einigen Anblick für die Augen, wenn da auch nur für die Natur- und/oder Müll- und Schmutzliebhaber dar. Denn die meiste Zeit spielt das Werk in einem großen wilden Garten hinter dem Haus, sei es in dem Gestrüpp etwas weiter entfernt oder den zerschlissenen Überresten und Armutsbuden drum herum. Dabei ist die Wahl der Schauplätze und ihr allgemein Ungetüm schon das perfekte Milieu für den räudigen Zwischensnack mit kaum Budget und auf dem richtigen Weg zur C - Action samt Wildheit, Logiklöchern, dem Charme der Improvisation und Mehr.

Hier das große Wohnzelt mit süffigen Planen, dort die schief zusammen gehauene Bretterbude aus minderwertigem Holz, innen drin Unrat und Reste der Zivilisation und Schmutz achtlos verbreitet. Ein Verhau wie für die Notdurft, dazu ähnlich unsaubere Gestalten, die mit aus dem Gesicht pellenden Ruß und wie auf kalten Entzug aus diesen Messibuden stolpern. Was auch immer Regisseur und Darsteller bei den Dreharbeiten im Fernen Asien entzerrt hat, seine Figur verkörpert den ersten weinerlichen Waldschrat des Vergessenens wesentlich besser als den späteren Helden. Überhaupt ist alles karg und arg, befleckt und speckig trüb, was der seltsamen Gottesgeschichte – ein lupenreines ripoff von Wong Jings The Last Blood (1991) – samt Geistigem Balsam in Wort und Gemüt den idealen Kontrast und so ein wenig Kraft im Antagonismus verleiht.

Leider ist das Ganze nur nicht nur arm an Finanzen, sondern vor allem dem Können und dem Mut zur Kreativität. Das Fantasiereich Purma ( = Burma? ) samt seiner Rebellenarmee PLM ( = PLO? )  täte zum großen Hallodri mit viel Action und Idiotie geradezu einladen – ursprünglich, eine Dekade zuvor, war mit Thailand eine geographische Realität, dort aber mit leicht fantastischen Geschmack im Plot und Richard Norton in der Darstellerliste gesetzt – , serviert aber nur das zweite im Menü und bleibt selbst dabei blass und desinteressiert im Geschick. Denn anders als das Original wird keinerlei bis kaum wirkliche Destruktion geboten, nicht das Heil in der Flucht in der Verquickung von Gewalt und Slapstick und großem Showdown allerortens, sondern bloß das auf Dauer öde Hin und Her im 'Dschungel', in einfallslosen Einstellungen und fern von Tempo oder Druck gesucht. Kantonesisches Talent wie Simon Yam vor der Kamera, Wushu-Experte Anthony Szeto als eingesprungener Co-Director, und – wichtiger – die Choreographen Louis Fan und Ken Yip aus seligen  My Way Film Company Limited - Tagen wären vorhanden, erbringen aber auch nur das Rudimentäre und sicherlich kein Gesellenstück.

Denn das erste größere Ding, die Nummer des Abschlusses, wird hier höchstens mit 'ausreichend' und noch nicht einmal 'befriedigend' und so knapp an der Grenze zum Scheitern geleistet. So ist eine eh kurze Autoverfolgung komplett zu vernachlässigen, aber sowieso nicht ihr Metier. Die Kampfeinlagen aber scheinen, abgesehen von einigen durchaus raffinierten Drehungen und Wendungen der Stuntmen, auch recht wirkungslos und verpuffen im adrenalinarmen Dünn. Die Bewegungen, allen voran die der abschreckenden Hauptdarstellerin und 'Neuentdeckung', sind im besten Fall durchsichtig, im schlimmsten aber schwach und steif und deutlich einstudiert und verzögert.

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