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Manchmal tun sich im ganz grauen Hinterstübchen Erinnerungen an vergessene Perlen auf: In „Vier im rasenden Sarg“ von 1975 geht es um zwei Paare, die mit einem Wohnmobil in Texas unterwegs sind, ein satanisches Ritual beobachten und anschließend von der Teufelssekte verfolgt werden. Wenn Regisseurin und Co-Autorin Penelope Buitenhuis den mal nicht ganz zufällig auch im Hinterkopf hatte…

Fünf Leute um die Zwanzig sind mit ihrem Wohnmobil in Texas unterwegs und wollen an einem einsam gelegenen Platz campieren, als einer während der Pinkelpause im Wald ein satanisches Ritual beobachtet und entdeckt wird. Sogleich nehmen die untoten Biker unter der Leitung von Jefe (Miguel Ferrer) die Verfolgung auf…

Den muss sie gesehen haben, doch das ist nicht allzu tragisch, denn besser passabel kopiert als eine lahme Geschichte ohne Fundament aufgezogen. Gut, die Charaktere sind allesamt ein wenig dünn, denn von Tessa erfahren wir lediglich etwas über das Trauma einer Fehlgeburt, was für den Verlauf der Geschichte jedoch noch von Relevanz sein wird. Auch noch interessant ist eine augenscheinliche Nebenfigur in Form von Bob (Brent Stait), dem die Twens zunächst als fahrenden Messerverkäufer begegnen, dessen auffälliges Tattoo am Arm jedoch einen aus der Gruppe auf eine militärische Vergangenheit schließen lässt…

Die Bösen offenbaren hingegen ein recht schwammiges Bild: Sind das nun Vampire auf Bikes, Untote mit Lust auf Menschenblut oder Dämonische Rocker unter dem Bann des Teufels? Offenbar von allem etwas, wie uns die Exposition glauben machen will, als ein mexikanischer Händler mit seinem Sohn durch die Lande streift, eine schwangere Frau plötzlich zubeißt und Opa seinem Sprössling ein magisches Amulett überreicht. Zwei Dinge tauchen davon ebenfalls noch während der Erzählung auf, welche mit Einsatz der Verfolgung durch die Ungehobelten ordentlich Tempo aufnimmt.

Es gibt eine Hatz zwischen Wohnmobil und Motorrädern einschließlich einiger Metallketten und Haken, dazu ein paar Kloppereien, diverse Fluchtversuche und einige unschöne Aufgaben für die Twens zu bewerkstelligen, wie etwa barfuss über Glasscherben zu laufen und man erfährt, warum der Anführer mithilfe von Aleister Crowley ein Auge verlor.
Ein paar Gewaltmomente runden die Chose indes noch ab, obgleich diese nie zur Splatterorgie verkommt, denn ein paar entstellte Gesichter, ein abgetrennter Arm, angedeutete Bisse und harmloser Spaß mit der Motorsäge sehen im Gesamtbild eher zurückhaltend aus.

Dennoch macht der Streifen, trotz einiger Mankos Laune. Darstellerisch kann Miguel Ferrer natürlich am ehesten hervorstechen, doch auch die eher unerfahrenen Mimen lassen ihre Figuren größtenteils sympathisch erscheinen, während die unberechenbaren Rocker treffend gecastet und ausgestattet wurden. Handwerklich befindet man sich weit abseits einer Amateurproduktion, lediglich der Score könnte etwas effektiver antreiben.

Die Geschichte ist im Kern zwar reichlich abgekupfert, bietet dennoch temporeichen, zuweilen mit ordentlicher Action angereicherten Stoff, dem mit leichtem Augenzwinkern zwischenzeitliche Erheiterungen gelingen. Ordentlich performt, sauber eingefangen sind zwar nicht allzu viele Überraschungen zu verzeichnen, doch einige spannende Einlagen kaschieren letztlich kleinere Schwächen des Drehbuchs.
Unterhält gut, macht Laune, passt schon.
6,5 von 10

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