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„Under the Red Hood“ ist einer gelungensten Einträge ins animierte DC-Universum. Zum einen liegt dies an der gut ausbalancierten Erzählweise, die zwischen Action und Geschichte pendelt. Die Kämpfe sind gut choreographiert, Verfolgungen dynamisch und das Ganze auch nicht allzu zimperlich bebildert. Trotz immer wieder einfließendem Witz ist das Szenario eher ernst und der von Brandon Vietti nach einem Skript von Judd Winick inszenierte Animationsfilm erzählt seinen Inhalt nicht ohne Dramatik und Nachdruck. Hier mischt eine sich „Red Hood“ nennende Figur Gothams Unterwelt auf und gerät so auch bald ins Visier von Batman. Wobei der Unbekannte nicht die erste solche Inkarnation ist, hier aber ein Dreicksspiel mit Bruce Waynes Alter Ego und dem Schurken Black Mask beginnt.
 
Von Batmans Verlust über die neu auftauchende Bedrohung bis zur Erkenntnis der Umstände ist das erzählerisch mehr als solide. Mitunter auch emotionale Akzente setzend bindet der Film so allerlei Figuren mit ein, angefangen von Batsy selbst über dessen Mitstreiter Robin und Nightwing bis hin zu dem Schurken schlechthin. Der Joker bekommt seine Zeilen und eine Funktion in der Geschichte, wenn sein Design auch merkwürdig alt wirkt. Dennoch ein immer gern gesehener Gast und auch interessanter als der hier unspektakulär wirkende Black Mask, der in das Szenario nicht so recht reinpassen will. Da hätte es eine andere Figur auch getan.

Letztlich fokussiert sich das Skript auf einen emotionalen Kern, der sich langsam aufbaut und gegen Ende ausgespielt wird. Dabei gibt es einen Twist glücklicherweise nicht erst zum Schluss, lieber liefert der Film diesen früher und baut auf diesem noch weiter auf, was dramaturgisch eine gute Entscheidung ist. Vielleicht auch deswegen, weil man selbst schon früh eine Ahnung hat.
Visuell ist „Under the Red Hood“ gelungen und fällt nicht diesem oft genutzten sehr glatten und kantigen Stil anheim, den moderne Animationsfilme aus dem Hause bieten. Etwas altmodischer wirkt es hier, trotz manchem Einsatz aus dem Rechner.

Bei all der Action bleibt die Geschichte aber im Fokus des Films. Die Auseinandersetzung Batmans mit Entscheidungen, Ereignissen und den immerwährenden Konflikten. Das reicht bis zur Frage, ob das Beseitigen von Schurken nicht größeres Leid erspare – und wo denn eine Grenze überschritten ist, nach der es keine Wiederkehr gibt. Überhaupt nutzt der mit seinen unter 80 Minuten überschaubare Film seine paar ruhigeren Momente durchaus stimmig für seine Charaktere und das Ausfüllen der Welt um den grimmigen Helden. Ein gelungenes Gesamtpaket mit kleinen Schwächen, vielen bekannten Versatzstücken und einer stimmigen Inszenierung.

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