Vincent Lacoste spielt einen 14jährigen Teenager, der bei seiner etwas penetranten, indiskreten Mutter lebt und zahlreiche erfolglose Annährungsversuche ans weibliche Geschlecht unternimmt, die nicht zuletzt aufgrund seiner zahlreichen Pickel scheitern. Als sich dann doch ein Mädchen -und ein gut aussehendes dazu- in ihn verliebt, weiß er zunächst nicht, wie er reagieren soll.
Produziert, inszeniert und gespielt von eher unbekannten, unerfahrenen, aber auch unverbrauchten französischen Akteuren, machte "Jungs bleiben Jungs" etwas überraschend mit dem Gewinn diverser französischer Filmpreise auf sich aufmerksam, wurde aber mitunter etwas überschwänglich gefeiert, weil die kurzweilige Komödie nicht so recht übers Mittelmaß hinauskommen will.
"Jungs bleiben Jungs" versucht zwar reifer, vielschichtiger und authentischer als "American Pie" zu erscheinen, dies gelingt aber nur bedingt. So will das Geschehen einfach nicht so realistisch wirken, wie es wohl gedacht ist. Dies ist zum einen auf die schrulligen Nebenfiguren zurückzuführen, etwa auf die übertrieben verständnisvolle Mutter, die im Grunde ein Abbild von Eugene Levy aus "American Pie" ist, oder den depressiven Biolehrer, zum anderen ist auch der Plot als solcher nicht so authentisch, da der Realismus immer wieder aufgegeben wird, um doch noch einen Gag mehr einzustreuen. Dass die Story im Endeffekt zumindest solide bis ordentlich ist und nicht zum reinen Gag-Vehikel verkommt, ist dabei auf die durchaus gelungene Charakterkonstruktion der Hauptfigur zurückzuführen, die an Profil gewinnt und darauf, dass auf unnötigen Kitsch oder eine überzogene Dramaturgie verzichtet wird. Damit wirkt "Jungs bleiben Jungs" dann doch wieder über weite Strecken semirealistisch, auch wenn das Thema Pubertät so oder so ähnlich schon in dutzenden Werken behandelt wurde.
Für den nötigen Kurzweil sorgt "Jungs bleiben Jungs" daher vor allem aufgrund der Gags, die größtenteils durchaus zünden, aber nicht wohlwollend genug dosiert sind, um die französische Komödie übers Mittelmaß hieven zu können. Zu viele Längen schleichen sich in den Film ein und da nützt es auch recht wenig, dass einem zumindest Fäkalhumor erspart wird, auch wenn der Film gelegentlich auf dem schmalen Grat zu jenem balanciert. Für die wirklich dramatischen Momente reicht es dabei ebenso wenig, sodass "Jungs bleiben Jungs" schnell wieder vergessen sein wird. Man hätte sich einfach entscheiden sollen, ob man nun ein vielschichtiges Jungend- und Charakter-Drama machen will, oder eine wirklich lustige Komödie, die man dann eben ein wenig hätte straffen müssen. Handwerklich gibt es ansonsten nicht allzu viel zu bemängeln, außer, dass man nach und nach den Eindruck gewinnt, der Kameramann wolle den Darstellern mit seinem Arbeitsgerät regelrecht ins Gesicht fahren.
Darstellerisch gibt es dabei wenig zu bemängeln, auch wenn keine ausnehmend guten Leistungen dabei sind. So ist Vincent Lacoste in seiner Rolle durchaus authentisch und überzeugend, während Alice Tremolieres charmant wirkt und ebenso glaubhaft agiert. Und auch am restlichen Cast gibt es im Grunde nichts zu beanstanden.
Fazit:
"Jungs bleiben Jungs" ist durchaus unterhaltsam, scheitert jedoch am eigenen Anspruch, da er wenig Neues liefert und auf der dramaturgischen Ebene nicht wirklich zünden will.
60%