Review

1984 sollte eine Fortsetzung von „Conan – Der Barbar“ her, John Milius war aber gerade mit „Die rote Flut“ zugange, also übernahm Richard Fleischer auf dem Regiestuhl.
Wie im ersten Teil hat der Barbar Conan (Arnold Schwarzenegger) einen Dieb als Sidekick dabei, dieser hier, Malak (Tracey Walter), ist aber weniger kämpferisch, sondern eher als Comedic Sidekick gedacht. So muss Conan ein paar angreifende Soldaten dann auch quasi im Alleingang erledigen, aber der Auftaktfight haut schon mal kräftig rein und bietet feine Action. Der Kampf endet jedoch damit, dass die Anführerin der Soldaten, Königin Taramis (Olivia d'Abo), Conan auf ihr Schloss einlädt.
Sie hat nämlich Arbeit für den kampfgewandten Barbaren: Er soll ihre Tochter Jehnna (Olivia d'Abo) bei der Suche nach einem magischen Artefakt beschützen – als Belohnung will sie Conans geliebte Valeria wieder von den Toten auferwecken. Natürlich willigt Conan da ein, doch eines weiß er nicht: Er soll getötet werden, sobald seine Dienste obsolet sind. Dadurch nimmt sich „Conan – Der Zerstörer“ etwas Überraschungspotential, erzeugt aber im weiteren Verlauf aber auch Suspense, wann der Gesandte der Königin, der Krieger Bombaata (Wilt Chamberlain), Conan wohl in den Rücken fällt.

Doch vorerst stellt sich dieser noch gut mit Conan, denn dessen Dienste sind ja noch von Nöten. Auf dem Weg gabelt man noch den Zauberer Akiro (Mako) und die Amazone Zula (Grace Jones) auf und macht sich daran das Artefakt zu erobern…
An sich hat „Conan – Der Zerstörer“ viele Ansätze sich gegenüber dem ersten Film zu steigern. So ist Basil Poledouris’ Score hier sogar noch einen kleinen Tick besser als die ohnehin schon tolle Musik des Erstlings und auch im Bereich des Scripts hat man ein paar Mankos des ersten Teils ausgebessert. Die Handlung besitzt mehr Stringenz und weniger Hänger, denn „Conan – Der Zerstörer“ konzentriert sich voll und ganz auf Conans Aufgabe. Prinzesschen hat zwar amouröse Anwandlungen, doch der Barbar bleibt eisern, sodass es nicht zu einem ablenkenden Subplot wird und auch sonst befindet sich wenig erzählerischer Ballast an Bord.
Etwas anders ist hier jedoch der Ton des Films: Statt eines harten, düsteren Rachefilms ist hier lockere Fantasy, teilweise sogar mit Humor angesagt. Die Witze sind OK, keine große Bereicherung, aber andrerseits auch nicht daneben und so darf man sich über Conan im Suffkopf oder beim erneuten Ausknocken eines Kamels amüsieren. Der Setbau ist ähnlich imposant wie beim Erstling, wenngleich man hier leider kein Bauwerk mit der fantastischen Architektur des Schlangentempels auffahren kann.

Wo es bei „Conan – Der Zerstörer“ leider merklich harkt, ist der Bereich Action. Es müssen zwar keine Blutfontänen wie beim Erstling sein, aber einen Barbarenfilm mit PG zu drehen ist schon keine gute Sache. So ist ein abgeschlagener Kopf hier das Äußerste der Gefühle und Conan bekommt weniger menschliche Gegner vorgesetzt (im Finale müssen nur die wichtigsten Widersacher dran glauben, während die bösen Wachen quasi untätig bleiben). Die Fights gegen diese Kontrahenten sind aber recht gut choreographiert, wenngleich auch hier der Erstling hier die Nase vorn hat: John Milius ließ noch asiatische Kampftechniken in die Actionszenen einfließen, sodass mit mehr Körpereinsatz gekämpft wurde und so wirken die Kämpfe dort etwas dynamischer als das reine Schwertschwingen in „Conan – Der Zerstörer“. Die längsten Kämpfe sind jedoch gegen Monster, die allerdings beide schon auf 50 m Entfernung künstlich aussehen: In der Zaubererfestung ein Wrestlingmatch gegen eine Latexfresse, im Finale Bärenringen mit einer Gummipuppe, das sind eher Trashqualitäten als echte Schauwerte. Da hatte die einzelne Schlange in „Conan – Der Barbar“ mehr Charme.
Schauspielerisch bewegt sich Arnold Schwarzenegger hier auf dem Niveau des Erstlings, will heißen: Er muss vor allem seinen derbe eingeölten Oberkörper in die Kamera halten, während er mimisch noch Defizite hat, was aber zur Rolle als tumber Barbar passt. Wilt Chamberlain und Sarah Douglas sind OK, sind als Fieslinge nicht so charismatisch wie man sie gerne hätte, während Mako als Zauberer noch recht gute Arbeit leistet. Dafür gehen Tracey Walter, Olivia d'Abo und Grace Jones aus der Gefährtenhorde teilweise ziemlich auf die Nerven mit ihrem eintönigen Spiel.

Dank des fantastischen Scores, der stringenten Story und einiger guter Fights schafft „Conan – Der Zerstörer“ es noch in den oberen Durchschnittsbereich, doch der Actionmangel, die trashigen Gummimonster und die zu sehr auf jugendfrei getrimmte Art sorgen dafür, dass er dem ersten Teil klar unterliegt.

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