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Ein neues Abenteuer wartet auf Conan. Königin Taramis verspricht ihm, dass sie ihm seine geliebte Valeria aus dem Totenreich zurückbringt, wenn er sich im Gegenzug in ihren Dienst stellt. So soll er die Prinzessin Jehnna begleiten, die Gegenstände zur Erweckung der Gottheit Dagoth beschaffen soll. Conan lässt sich auf den Deal ein, nicht ahnend, dass gegen ihn ein Komplott geschmiedet wird.

Im Vergleich zum zwei Jahre vorher entstandenen Film um den barbarischen Cimmerier ist diese Fortsetzung in allen Belangen mindestens eine Nummer kleiner. Das Design, die Atmosphäre und die Tonalität weichen in Intensität und Qualität doch merklich von dem grandiosen Vorgänger ab. Die Geschichte selbst ist im Grunde eine einfache Erzählung, man schickt den Helden und seine Truppe von A über B nach C und wieder nach A, um Dinge zu holen. Wo sich der von John Milius inszenierte Teil noch darum kümmerte, die Welt von Conan spür- und erfahrbar zu machen, hangelt sich dieses von Richard Fleischer bewerkstelligte Sequel von einem Punkt zum nächsten. Das ist im Kern nicht verkehrt und verfügt auch über einen spürbaren Unterhaltungswert, doch sollte man sich darauf einstellen, dass die Fortsetzung um einiges platter daherkommt.

Wieder mit dabei ist Arnold Schwarzenegger, der mit wenig an durch die Gegend läuft und gefühlt ein paar Sätze mehr aufsagen darf. Ein überzeugender Schauspieler ist auch hier nicht, sein Charisma hat er aber immer noch und den Rest macht er mit seiner Physis wett. Jedoch wirkt er hier nicht mehr so zentral wie im Vorgänger, umgibt man ihn doch mit einer größeren Gefährtentruppe. So gibt es ein Wiedersehen mit dem Zauberer Akiro, wieder gespielt von Mako, der einen der gelungenen Nebencharaktere darstellt. Was man von Conans neuem Kumpel Malak (Tracey Walter) nicht behaupten kann. Der Dieb ist unwitzig und nutzlos, kurzum verzichtbar. Mit Grace Jones als Zula bekommt man noch ein bekanntes Gesicht, die Sängerin gibt sich hier recht wild, ist aber auch kein darstellerisches Naturtalent. Der Schwarzenegger an Größe überragende ex-Basketballer Wilt Chamberlain als Bombaata und Olivia d'Abo als Prinzessin Jehnna komplettieren die Party, für meinen Geschmack bedeuten die Charaktere insgesamt zu viel Ablenkung von der Hauptfigur. Sarah Douglas als Königin Taramis besitzt Ausstrahlung, bekommt aber insgesamt zu wenig zu tun, um wirklich Eindruck zu hinterlassen.

Bei der Musik bleibt es bei einem alten Bekannten, jedoch kann Basil Poledouris hier nicht an seinen genialen Score aus dem Erstling heranreichen. So etwas zu wiederholen ist allerdings auch schwer, selbst wenn er sich taktweise zitiert. Die neuen Stücke sind dabei nicht schlecht, reichen aber eben in Eingängigkeit und Breite nicht an seine vorige Arbeit heran.
Ähnlich verhält es sich mit den Bildern, die weniger groß wirken. Zwar werden auch hier wieder diverse ansprechende Landschaften eingefangen, jedoch nie in den episch wirkenden Ausmaßen wie anno 1982. Gefilmt wurde in Mexiko, alles ganz nett, aber eben auch mindestens eine Nummer kleiner wirkend. Was auch am Ton liegt. Dieser ist weniger ernst und finster, alles ist mehr auf Fantasyabenteuer getrimmt und trotz manchem etwas blutigen Ableben wirkt das Sequel nicht mehr so bedeutungsschwer und archaisch. Dazu passend setze man auch auf diverse visuelle Effekte, die überwiegend nett, aber niemals wirklich überzeugend sind.  
Schlimm wird es, wenn der Film versucht, lustig zu sein. Insbesondere wenn es um die Hormone geht, wirkt das nur noch bemüht und bar jeden Timings oder Esprit. Den einzigen wirklichen Lacher hab ich bei Zula und ihrem Gesichtsausdruck nach der Szene mit der Ratte. Eben weil dies nicht erzwungen wirkt.

Am Ende gibt es wie im Vorgänger die Vorschau auf einen späteren Conan und sein Königreich – was ja bekanntermaßen bis dato nicht realisiert wurde. „Conan the Destroyer“ legt eine andere Tonalität an den Tag, wirkt weniger grimmig und archaisch. Mehr als einfaches und bunteres Fantasyabenteuer angelegt macht der Streifen zwar streckenweise Spaß und bietet Kurzweil, zieht aber in jeder Hinsicht im Vergleich zu seinem Vorgänger den Kürzeren. Kann man sich um Croms Willen ansehen, wenn man sich auf die eher phantastische Umsetzung einlassen mag.

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