Als ein amerikanischer Rucksacktourist in Polen spurlos verschwindet, reist eine Gruppe junger Journalisten in dieses Land, um den Fall zu untersuchen. Die Spur führt zu einem abgelegenen Dorf. Doch hier stoßen sie nicht auf Hilfe oder Nächstenliebe. Die Einwohner verhalten sich abweisend und scheinen zuviel Weihrauch eingeatmet zu haben: Der religiöse Fanatismus steht an erster Stelle bei den Freizeitaktivitäten. Als die Journalisten im angrenzenden Wald eine Götzenstatue auf einem nebligen Feld entdecken, befinden sie sich in großer Gefahr. Denn die Bewohner haben entschlossen, die Gruppe zu jagen um für ihre heidnische Zeremonie zu opfern...
Ich will keinen Hehl drauß machen: Schon bei der obligatorischen Menschenopferung am Anfang dachte ich mir: Oh je, wie schlecht umgesetzt ist das denn bitte?
Und meine Vorahnung sollte sich als wahr herausstellen. Ziemlich lahmärschig, zäh und maximal auf unterdurchschnittlichem TV-Niveau abgefilmt, braucht "The Shrine" eine halbe Ewigkeit, um in die Gänge zu kommen. Dass die Rollen der Journalisten nicht mit den besten Schauspielern besetzt sind und ihre Charaktere die typisch flachen Abziehbilder darstellen, entsteht auch keine Sympathie beim Zuschauer. Selbst als die Jagd beginnt, gehen sie mir gepflegt am Arsch vorbei.
Die Settings sind dürftig, die Effekte billig, das Dorf wirkt lieb- und leblos und scheint nur aus einer Handvoll Rednecks und dem jungen Quoten-Mädchen zu bestehen. Das sind alles Punkte, die mir das Sehvergnügen derb vermiesen und spätestens bei der Zeremonie schaltete mein Hirn auf Stand-By-Modus. Keine Ahnung, warum ich auch noch ständig an Ittenbach denken musste (und das nicht im positiven Sinn).
Doch genau an dem Punkt, bei dem man denkt, dass der Tiefpunkt erreicht ist, findet "The Shrine" mit einer, sagen wir mal für dieses Genre originellen Wende zurück in die Spur und sorgt im Endspurt dann doch noch für ordentlich Drive. Auch die bis dahin gemäßigte Gewaltdarstellung passt sich diesem Tempo an.
Leider bringt die Wende auch ihre Schattenseiten mit sich: Man kann sagen, dass die komplette Handlungsweise der Bewohner zuvor nicht mehr nachvollziehbar ist. Es ist zwar schön, wenn man versucht, den Zuschauer auf falsche Fährten zu locken, aber bitte nicht mit der Holzhammermethode, nur um danach die komplette Logik über Bord zu schmeißen. Dafür gibt es einen dicken Punktabzug. Schon alleine, weil ich wieder einmal das Gefühl hatte von einem Film durch die Hintertür gerammelt worden zu sein.
Fazit:
"The Shrine" hat flache Charaktere, braucht viel zu viel Anlaufzeit und kommt mit seinem geringen Budget nicht über durchschnittliches TV-Niveau hinaus. Der überraschende Plottwist ist zwar nett und sorgt dafür, dass der Film in die Gänge kommt, jedoch leidet die Logik dermaßen darunter, dass ich für einen eigentlich guten Film keine Empfehlung zum Anschauen aussprechen kann.
4/10