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Das Kreuz, an dem Jesus starb, soll zunächst in drei Teile geteilt und nach Rom, Konstantinopel und Jerusalem geschickt worden sein. Sagenhafte Legenden ranken sich seither um die Reste des Kreuzes, von denen auch heute noch winzige Teile existieren sollen.
Dass der erste Kreuzzug in Verbindung mit einem Teil des Kreuzes stehen soll, steht außer Frage, doch die Verfolgung durch den Leibhaftigen ist wohl eher auf den Mist von SyFy gewachsen.

Demnach sollen die Kreuzritter um Sir Gregory anno 1099 in den Besitz der Reliquie gekommen sein, um sie dem Papst auszuhändigen. Begleitet von Pilgern und einigen ehemals verfeindeten Türken wird die Truppe bei ihrer Reise alsbald von Plagen und anderen mysteriösen Erscheinungen heimgesucht…

Grundgütiger, da hat sich aber mal jemand Gedanken gemacht, was ordinären Kreuzrittern in preiswerter Kostümierung so alles widerfahren kann: Tote Vögel fallen vom Himmel, Heuschrecken-Schwärme greifen an und nagen so nebenbei zwei Bauern bis auf die Knochen ab, ein Schiff kentert und Wölfe tauchen wie aus dem Nichts auf.
Die Computereffekte fallen so unterirdisch aus wie Belzebub selbst animiert ist, - ob ein Schiff in tosenden Wellen, reißende Lykanthropen, zu Zombies mutierende Mönche oder eben der Gehörnte selbst, der augenscheinlich der Figur „Devil“ aus „Tekken“ entliehen wurde, - diverse Effekte wirken kontraproduktiv gegenüber dem an sich recht atmosphärischen und temporeichen Treiben.

Denn die Stationen unserer Truppe werden im Eiltempo abgeklappert und es bleibt nur wenig Zeit für tiefsinnige Fragen über „den richtigen Glauben“ und moralische Wertvorstellungen über die Folgen des Kreuzzuges. Zwischenzeitlich kommen ganz große Weißheiten auf den Tisch, die überhaupt keinen Sinn ergeben, aber die immerhin passabel agierenden Mimen schaffen es, sich dabei ein Schmunzeln zu verkneifen.
Gleichzeitig marschiert der Score, als würden „Gladiator“ auf „Exorzist“ an einem Tag stattfinden, was inhaltlich gar nicht mal so abwegig erscheint.

Die abstruse Mischung bietet folglich nur Stoff für Trashfans mit Hang zu Kettenhemden, Schwertkämpfen und schlecht animierten Ungetümen, die insgesamt für sehr wenig Blutvergießen sorgen.
Das hohe Tempo und der Anteil an Action geht zwar in Ordnung, doch aus dem Mysterium um das Kreuz wurde zu wenig herausgeholt, gleiches gilt für die Begleitumstände des ersten Kreuzzuges.
Ein anspruchsloses Abenteuer ohne Höhepunkte, - auf dem ersten Blick abwechslungsreich, doch in Wirklichkeit eine wahllose Aneinanderreihung unlogischer Begebenheiten.
3,5 von 10

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