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„Cop In"

Komiker Will Ferrell ist ein Phänomen. Während er in den USA regelmäßig ein Millionenpublikum vor die Leinwände lockt, gilt er hierzulande als Kassengift. Das könnte sich nun ändern, denn diesmal kommt er uns erstmals als Cop. Polizei-Komödien erfreuen sich in deutschen Lichtspieltheatern seit jeher einer enormen Beliebtheit. Egal ob mit Action garniert (Beverly Hills Cop), abgedreht anarchisch (Die nackte Kanone), oder einfach nur hoffnungslos albern (Police Academy), das Lachen mit und über vor allem US-amerikanische(n) Gesetzeshüter(n) hat bei uns Tradition. Ferrells neuester Streich Die etwas anderen Cops hat beste Chancen daran anzuknüpfen, vereint er doch alle drei oben genannten Elemente zu einem stimmigen Comedy-Cocktail.

Die New Yorker Detectives Allen Gamble (Will Ferrell) und Terry Hoitz (Mark Wahlberg) fristen ein trauriges Dasein. Während das Starduo (Samuel L. Jackson und Dwayne "The Rock" Johnson in einer herrlich selbstironischen Persiflage auf ihre Actionrollen) der Truppe sämtliche Lorbeeren einheimst und einen spektakulären Fall nach dem nächsten mit aufreizender Lässigkeit löst, bleibt für sie nur der lästige Papierkram für den sich die „Stars" zu Schade sind. Während der penible Gamble in seiner Buchhalterrolle aufgeht, sehnt sich der jähzornige Hoitz nach Action und Anerkennung. Mit allen Mitteln versucht er den ungeliebten Partner von der drögen Schreibtischarbeit abzubringen und lernt diesen dabei von einer ganz anderen Seite kennen ...

Die große Stärke Ferrells besteht darin, völlig absurde Situationen und Gespräche absolut normal erscheinen zu lassen, was dann im Endresultat zum Brüllen komisch ist. Allein sein mehrminütiger Vortrag über die Vorteile eines Thunfischschwarms gegenüber einem angreifenden Löwen ist bereits das Eintrittsgeld wert. Mit dem Komödien-Neuling Mark Wahlberg hat er einen kongenialen Partner an seiner Seite, da dieser Ferrells Verhalten durchweg ernst nimmt, darüber immer mehr in Rage gerät und damit den Zuschauer in wahre Lachsalven treibt. Ferrells Charakter Allen Gamble bleibt dagegen die meiste Zeit ruhig und sachlich und bringt damit wiederum die zahlreichen Neurosen und Komplexe seines Partners umso deutlicher zum Vorschein.

Dazu gesellen sich noch zwei Running-Gag-Volltreffer in Form von Gambles Sexbomben-Gattin (Eva Mendes) und dem schlappen Vorgesetzten der beiden Chaos-Cops (Michael Keaton), der in seinen Anweisungen permanent Titel der Pop-Band TLC zitiert, ohne diese angeblich zu kennen. Besonders der erste Einfall sorgt immer wieder für enorme Heiterkeit, wenn Vollblut-Macho Terry es einfach nicht fassen kann, dass sein Vertreter-Partner von solch einem Rasseweib angehimmelt wird.
Bei einer solchen Breitseite absurder Komik und treffsicherer Gags ist die eigentliche Kriminalhandlung relativ nebensächlich und bleibt folgerichtig auch lange Zeit im Hintergrund. Erst im letzten Drittel gewinnt die Story um einen ebenso windigen wie findigen Finanzhai (Steve Coogan) mehr Raum, wobei auch hier immer noch der ein oder andere humoristische Treffer gelandet wird.

Am Ende steht hoffentlich der erste bundesrepublikanische Kinoerfolg Will Ferrells, den er sich mit dieser gelungenen Buddy-Komödie auch redlich verdient hat. Die etwas anderen Cops ist weder alberner Slapstick noch anarchischer Blödsinn, sondern bezieht seine hohe Gagtrefferquote hauptsächlich aus der Ernsthaftigkeit mit der die zahllosen Pointen entwickelt und angebracht werden. Wie schnell man dieses scheinbar anspruchslose Genre in den Sand setzten kann, haben unlängst Bruce Willis und Tracy Morgan mit dem penetrant unlustigen Cop Out bewiesen. Will Farrell und Mark Wahlberg dagegen harmonieren prächtig. Ihre größte Leistung ist es, dass man die Enttäuschung ob des viel zu kurzen Auftritts des Poser-Cop-Duos Samuel L. Jackson und Dwayne „The Rock" Johnson in Windeseile vergisst und diese achselzuckend als die titelgebenden "other guys" abtut.

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