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Wenn es im Tierhorrorbereich ganz dicke kommt, liegt das nicht nur an den riesigen Mutanten im Mittelpunkt, sondern an verschiedenen Beteiligten, die kaum etwas Positives erhoffen lassen: Das beginnt bei Jim Wynorski als zweiten Regisseur, geht über Roger Corman als Mit-Produzenten und impliziert David Carradine in einer seiner vielen letzten Rollen, welche einen wenig positiven Eindruck hinterlässt.

Auf Hawaii ist es bei einer geheimen Forschungsstation zur Katastrophe gekommen, als ein Riesenalligator und ein Dinosaurier ausbrechen. Drahtzieher Drake (Carradine) schickt sofort eine Einheit, um eventuelle Zeugen auszulöschen, doch niemand kehrt lebend zurück. Derweil macht sich Mark, ein Ingenieur und Agent auf den Weg, Beweise für die geheimen Experimente zu sammeln, welche nicht lange auf sich warten lassen…

Das chaotische Skript offenbart einmal mehr, wie schnell zu viele Köche den Brei verderben können, denn die Handlung ist eine einzige dramaturgische Katastrophe.
Figuren werden erst etabliert, um kurz darauf wieder aus dem Geschehen zu verschwinden, andere Handlungsstränge binden irrelevante Vorkommnisse wie Farmer in Aufruhr oder einen versnobten Filmstar mit seinem Anhängseln im Pool ein, während die vermeintlichen Sympathieträger kaum Raum zur Entfaltung haben.
Ständig switcht man von einer lahmen Gruppe zur nächsten, während die ausgebrochenen Mutanten ab und an ein paar Leute wegschnappen.

Dass die Effekte nichts taugen, wird mit den ersten Einstellungen bereits deutlich, als Panik im Labor ausbricht und der zehn Meter lange Alligator einige Weißkittel mit einem Happs verschluckt. Die Bewegungen wirken abgehakt wie bei einer Stop-Motion, die Körper sehen klobig und grob aus und auch die Schatten passen nicht immer in die Landschaft, - die Viecher wirken meistens wie Fremdkörper in der Dschungel-Kulisse.
Obgleich es diverse Verspeisungen gibt, versucht man mit schwachen CGI das Unvermögen zu kaschieren, um nicht noch mehr in den Sand zu setzen, wobei ein Durchbiss vom Bauchnabel abwärts den bereits heftigsten Gewalteffekt ausmacht (wohlgemerkt aus sicherer Distanz festgehalten).

Zum lieblosen Einheitsbrei gesellen sich die durchweg schwachen Mimen, zu denen an dieser Stelle auch Carradine gezählt werden muss, der als Bösewicht schlicht gelangweilt und unmotiviert rüberkommt. Auch alle anderen mühen sich nicht sonderlich, nur einige Bikini-Girls neigen zur Übertreibung, was immerhin einen gewissen Trash-Faktor mit sich bringt.

So wird man auf eine Zucht von Riesenpilzen aufmerksam, eine Zeugin soll im Hospital ruhig gestellt werden, ein Spezialist aus Louisiana trägt den ach so einfallsreichen Spitznamen „The Cajun“ und erst in den letzten zehn Minuten kommt der Titel kurzfristig zum Tragen, als man die Viecher in die Enge treibt und auf Verdacht hin davon ausgeht, dass die Kreaturen sich nicht mögen und sogleich einen Todeskampf anzetteln.
Anbei gibt es keine nackte Haut, nur eine typische und deshalb fast schon wieder gut getroffene US-Touristin, die mehrfach nach dem Ferienbaumhaus von Elvis fragt.

Ergo gerät die Chose auch nie spannend, die Animationen gehören zur Gattung unverantwortlich dreist und die bruchstückhafte Geschichte hat ihre liebe Mühe und Not, am Ende nicht völlig aus dem Konzept zu geraten.
Für Trash-Freunde nicht skurril genug, für Monsterfans zu dilettantisch und für alle anderen ohnehin unsehbar, bietet das Aufeinandertreffen zweier Mutanten nicht mehr als recht austauschbare, wenn auch nicht komplett langweilige Unterhaltung.
3 von 10

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