Wahrscheinlich hat man noch nie so viele Leute in einem (Wüsten)-Kriegsfilm rauchen sehen, denn alle dreißig Sekunden tapert jemand mit einer Kippe im Mund durch die Einöde.
Den ganzen Qualm hätte man da eher dem Djinn zugeordnet, doch der hält sich über weite Teile bedeckt und sorgt erst später dafür, dass sich eine Einheit französischer Soldaten gegenseitig dezimiert.
Die Jungs um Neuzugang Michel hatten eigentlich den Auftrag, den Verbleib eines Flugzeuges zu untersuchen und den dort befindlichen Metallkoffer in Gewahrsam zu nehmen, doch als ein Sandsturm aufzieht, verliert man einen Mann, wird von Terroristen beschossen und muss in ein abgelegenes Dorf fliehen, wo der Spuk erst richtig losgeht…
Zunächst ist man ein wenig stutzig, da es weder eine zeitliche, noch eine geographische Zuordnung gibt. Lediglich die veraltete Kamera von Michel und die Art einiger Schusswaffen weisen auf ein paar Jahrzehnte zurück hin, jedoch deutlich nach dem zweiten Weltkrieg.
Eine Zeit lang deutet sich kaum ein übersinnliches Element an, da man sich durch die Wüste schlägt, den Feind belauert und keine außergewöhnlichen Aktivitäten auszumachen sind.
Zudem sieht ausschließlich Michel die wie aus grauem Nebel austretenden Figuren, welche nur schematisch erkennbar sind. Sie vergreifen sich nicht direkt an ihren Opfern, sondern schlängeln sich nah an selbige heran, welche darauf folgend wie ausgetauscht erscheinen und kontraproduktive Maßnahmen ergreifen.
Dabei bleibt das Geheimnis des ominösen Metallkoffers bis zum Ende des Finales nebulös, es wird weiterhin gequarzt ohne Unterlass und nebenbei muss man sich noch um die drei Gefangenen kümmern, sofern man nicht mit Problemen innerhalb der Truppe zu kämpfen hat.
Dabei kommt es ab und an zu spannenden Auseinandersetzungen mit Waffenandrohung oder Schlägen, das allgemeine Misstrauen wächst und selbst der härteste Knochen gerät in Panik, als sich die Anordnung der Leichen im Wüstensand von einer Sekunde auf die andere wie von Geisterhand neu formiert. Hinzu kommt ein Angriff von Skorpionen, das Trauma einer aus Reflexen heraus erschossenen Frau, ein weiteres Trauma aus dem Vietnamkrieg und das Geheimnis der Hüterin des Dorfes.
Inszenatorisch wird für eine taugliche Atmosphäre gesorgt, die Farben sind angemessen kontrastlos, die Wüstenlandschaft wird einigermaßen variabel eingefangen und bis auf kleinere Längen im Mittelteil ist dem Erzählfluss nichts Negatives anzukreiden.
Darstellerisch befindet man sich auf passablem Niveau, wobei niemand sonderlich hervorsticht, zumal keine eindeutige Hauptfigur auszumachen ist und gleich mehrere Soldaten abwechselnd im Fokus stehen.
Tricktechnisch ist ebenfalls nichts anzukreiden, die Dämonen mit Ursprung aus der arabischen Mythologie wurden sorgfältig gestaltet und recht geschmeidig ins Geschehen integriert, so dass diese keinesfalls als Fremdkörper erscheinen.
Etwas mager fallen hingegen die Gewalteffekte aus, etwas deftiger geht allenfalls ein Messer ins Auge, während andere Momente eher ungezeigt bleiben oder im Off stattfinden.
Leider plätschert die Geschichte ein wenig zu ereignisarm vor sich hin und verläuft im letzten Drittel zu vorhersehbar, um in irgendeiner Form zu überraschen, nur der ganz finale Twist könnte für ein leicht makaberes Schmunzeln sorgen.
Ansonsten sucht man vergebens Nichtraucher, wundert sich über zum Teil eher planloses Vorgehen und unüberlegtes Handeln inmitten prekärer Situationen, ist jedoch dankbar für die rasche Aufeinanderfolge von Konfrontationen, welche sich zum Showdown mehren.
Das Konzept einer Mixtur aus Kriegsfilm und kleinen Horrorelementen geht zumindest auf, wobei Erstgenanntes deutlich dominiert und auch zahlreiche Dramenanteile zulässt, die jedoch angemessen und kaum pathetisch eingebunden sind.
Inszenatorisch grundsolide, vielleicht nicht sonderlich originell, aber passabel für Leute, die der Einsamkeit der Wüste, als auch eher weniger actionlastigen Kriegshandlungen etwas abgewinnen können. Nur reine Dämonen-Freaks dürften etwas enttäuscht werden…
6 von 10