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Bret Hart hat verziehen. Der frühere Topstar der WWF (World Wrestling Federation, heute World Wrestling Entertainment) hat einen Leidensweg hinter sich, der seinesgleichen sucht. Er wurde von seinem Arbeitgeber Vince McMahon betrogen, sein Bruder Owen starb danach bei einem Stunt bei einer Liveshow der WWF und inzwischen hatte er einen Schlaganfall, von dem er sich körperlich immer noch nicht ganz erholt hat. Aber er und Vince McMahon haben sich nach jahrelangem Hass wieder versöhnt.

In der Zeit, als die Konkurrenzliga World Championship Wrestling (WCW) von Ted Turner mit viel Geld der WWF sämtliche Topstars wegkaufte, hielt er zu seinem Arbeitgeber Vince McMahon. Doch um die Liga sah es schlecht aus. Bret bekam ein hervorragendes Angebot der WCW. Trotzdem war er loyal und wollte auch mit weniger Geld in der WWF bleiben. Aber McMahon hatte Geldprobleme und sagte zu Bret, er solle das Angebot der Konkurrenz annehmen. Bret war der WWF Champion. Kurz vor seinem Wechsel sollte er seinen Titel an Shawn Michaels verlieren. Doch die Show fand in Montreal (Kanada) statt. Brets Heimat. Und es war immer ein ungeschriebenes Gesetz in der Wrestlingwelt, daß ein Wrestler nicht in seiner Heimatstadt verliert. Daher schlug er McMahon vor, daß er das Match gewinnt und seinen Titel einen Tag später in einer anderen Stadt verliert. McMahon war einverstanden und dann wurde Bret vor laufender Kamera betrogen. Bei der Survivor Series 1997, oder besser bekannt als der Montreal Screwjob.

In der Wrestlingwelt ist fast alles abgesprochen, was heutzutage aber kein Geheimnis mehr ist. Wrestling ist Sports Entertainment. Trotzdem gibt es immer wieder Vorfälle, in denen vom vereinbarten Ablauf abgewichen wird. In Fachkreisen wird dies als "Shoot" bezeichnet. Die Filmemacher vereinbarten mit Bret Hart, daß sie ihn mehrere Monate lang mit der Kamera begleiten durften. Und sie wurden Zeuge eines der bekanntesten Shoots der Wrestlinggeschichte. McMahon ließ das Match zwischen Michaels und Hart abläuten und erklärte Michaels zum Sieger und neuen WWF Champion. Dieser Vorfall sollte seine Auswirkungen haben. Nicht nur gab er der WWF eine neue Richtung vor und war der ausschlaggebende Grund, warum man den Rückstand zur WCW aufholen konnte und den Krieg der Ligen am Ende gewinnen konnte. Die väterliche Beziehung zwischen Vince und Bret war zerstört und es folgte eine Welle der Hassinterviews von Seiten Brets.

Die Dokumentation verfolgt Brets Laufbahn in den Monaten bis zu dem Montreal Screwjob. Man bekommt eine Übersicht über seine ganze Karriere und dann gibt es Einblicke in sein Privatleben. Besonders interessant sind dabei Brets Gespräche mit seiner Frau, bei denen sie sich darüber unterhalten, ob Vince es wagen würde, ihn nach all den Jahren zu hintergehen. Denn trotz aller Vertrautheit traut Bret Vince nicht und das zurecht. Für Wrestlingfans ist die Dokumentation aber auch noch aus anderen Gründen sehr interessant. Einmal bekommt man endlich mal einen Geschmack davon, wie es backstage bei den WWE-Shows abgeht. Denn die Kameras begleiten Bret bei der Survivor Series und fangen seine normalen Gespräche mit anderen Wrestlern ein. Das gab es bis dahin noch nirgendwo zu sehen. Andererseits ist es eine nostalgische Sache, nochmal seine alten Favoriten in Aktion zu sehen. Die Wrestlingwelt dreht sich nämlich immer weiter und nach wenigen Jahren sind von den alten Leuten kaum noch welche dabei. Und dann bekommt man Hintergrundinfos zum Montreal Screwjob, welche von der WWE natürlich nie veröffentlicht wurden.

Fazit: Diese Dokumentation ist sehr gut gemacht und für jeden Wrestlingfan ein Muß. Aber auch Nichtfans bekommen einen interessanten Einblick in ein Business, das leider mit vielen Vorurteilen zu kämpfen hat.

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