Review

Ein Zombiefilm aus deutschen Landen.
Wenn ich mal ganz ehrlich bin, bin ich mit ziemlich gemischten Gefühlen an dieses Werk heran gegangen. Denn erstens, bin ich nicht wirklich ein Anhänger oder Fürsprecher von den cineastischen Werken meiner Landsleute. Von einigen Filmen mal abgesehen. Zweitens konnte ich mit dem Namen Marvin Kren bis dato Garnichts anfangen. Denn deutsche Horrorfilme bringe ich eher mit Independent-Regisseuren wie Ittenbach, Schnaas oder anderen Underground-Filmern in Verbindung. Was mich zwangsläufig zum dritten Punkte kommen lässt. Denn lokale Produktionen sind entweder mit ausreichendem Budget gesegnet, was sie leider in die Spalte „Fernsehtauglich“ manövriert und dementsprechend „Mainstream-Tauglich“ macht, oder sind einfach so sehr „Low-Budget“, das man schon eine Vorliebe für Amateur-Werke haben muss, um sich ihnen, verdienter Maßen, hingeben zu können.

Rammbock aber bricht mit diesen Klischees. Gut, seine Grund-Story ist nicht neu. Nein, eher das Gegenteil ist der Fall. Was diesen kleinen, durchaus professionell in Szene gesetzten, Reißer allerdings so genial macht, sind in erster Linie seine unverbrauchten und motivierten Darsteller, die bis auf die kleinste Rolle, vollends überzeugen können und seine Liebe zum Detail. Was sich unbedingt in den Masken der Infizierten bemerkbar macht. Hinzu kommt, dass Regisseur Kren (den Namen sollte man sich merken!) es schafft, eine stetig wachsenden Spannungsbogen, innerhalb einer bedrohlichen Atmosphäre, aufrecht zu halten und diesen auf den (und jetzt kommt der eigentliche Clou der Geschichte) einheimischen Zuschauer zu übertragen. Denn ich denke, darin liegt das eigentliche Geheimnis des Films. Das ganze, eigentlich schon tausend mal durchgekaute, Ereignis um die menschenfressenden Wiederkehrer, spielt sich auf einmal, glaubwürdig und schonungslos, in unser direkten Nachbarschaft ab und stellt dem Zuschauer die, nicht neue, aber zum ersten Mal sehr persönliche Frage: „Was würdest Du in einer Situation tun, die Du sonst nur aus einem internationalen Betrachtungswinkel heraus kennst?!“  

Astreines Teil, das ich nur jeden Horror-Fan, der außer auf den Splatter abzufahren, auch den eigentlichen Thrill eines Zombies zu würdigen weiß, ans Herz legen kann. Versuch mal bei einem Ausbruch deine Frau und Kinder zu erreichen…That´s Hell!

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