Ein Bayer kommt nach Berlin, um seine Ex-Freundin zu besuchen. Ausgerechnet jetzt bricht in der ganzen Stadt eine Zombieplage aus. Die Nichtinfizierten sind gezwungen, sich in ihren Wohnungen zu verschanzen während die Untoten in versifften Hinterhöfen übers Dreirad stolpern. Der Held schläft schon mal im Bärenkostüm oder frisst dem Hasen das Futter weg...
Angeblich klaustrophobischer Horrorfilm, der wirkt, als hätten die Macher vom Kleinen Fernsehspiel den "radikalen Stilwechsel" vollziehen wollen - in einer Zeit, wo man sich unweigerlich gefragt hat, ob es auch noch was anderes gibt außer immer nur Zombiestreifen? Dass der Film ab 16 Jahren freigegeben ist, spricht schon allein für sich. Noch dazu ist selbst die Laufzeit von nur einer Stunde schon viel zu üppig bemessen.
Im Vergleich zu sämtlichen Ami- oder auch 28 Days later-Werken funkt dieser Ultra-Low Budget-Erguss aus der völlig Action-, Blut- und Drama-freien Zone. Stattdessen hat man versucht, dem Zombie-Genre einen seltsam melancholisch-sterilen Stempel aufzudrücken, was leider völlig daneben geht. Jede der Figuren ist irgendwie nur mit sich selbst und der eigenen Gedenkenwelt beschäftigt, wohingegen die echte Originalität völlig auf der Strecke bleibt. So wirkt der Held wie ein polnischer Taxifahrer; die Auflösung ist so banal, dass sie sich auf groteske Weise in den unbefriedigenden Gesamteindruck nahtlos einfügen will.
Und natürlich bringt auch "Rammbock" alles mit, was den deutschen Film auf ungute Weise von den internationalen Produktionen unterscheidet: Ausdruckslose Typen, hölzerne Dialoge, die ständig nicht mehr nur unterschwellige Stimmung als Leere und Tristesse, ein überraschungsfreies Drehbuch, unfreiwillig alberne Situationskomik und einen geschraubten Titel, beim dem man sich fragt, was es denn nun damit auf sich hat?
Fazit: Zombiestreifen, der zum Hinterhof-Drama umgepolt wurde. Kann getrost in einem Atemzug mit anderen verunglückten Deutsch-Horrorfilmchen wie etwa "Hell" oder "Wir sind die Nacht" genannt werden. Don´t wake the Dead of Berlin: 2 von 10 Punkten, mehr nicht.