Amber hat die Schnauze voll von ihrem Heimatkaff und beschließt in die Großstadt zu ziehen. Es gelingt ihr, ihre Clique zu mobilisieren, sie auf dem Roadtrip zu dem Vorstellungsgespräch für die Wohnung im fernen Chicago zu begleiten. Auf der Fahrt dorthin haben sie eine Autopanne. Ein Trucker nimmt die Crew im Laderaum seines Anhängers mit. Als die Kommunikation mit dem Fahrer abbricht und alles darauf hindeutet, dass die Fahrt nicht dahin geht, wo sie hin soll, geraten die jungen Leute in Panik. Ihre dunkle Vorahnung wird bittere Realität, als sich die Tür des Laderaums öffnet und die Jugendlichen sich in einem stillgelegten Schlachthaus wieder finden…
Hört sich ja mächtig nach Kannibalen, Hinterwäldlern, Organhändlern oder sadistischen Folterknechten an, oder etwa nicht!? Aber Fehlanzeige! Sehr gut möglich jedoch, dass dem Zuschauer besser gedient worden wäre, hätte PROWL (zu deutsch: Beutezug) eine der eben genannten Handlungsebenen beschritten. Doch eines nach dem anderen. Die Twens klettern zunächst von der Ladefläche, irren im Dunkeln umher, und dann erwischt es auch schon den ersten. Wer oder was erwischt den ersten? – Blutrünstige, Zombie ähnliche, wieselflinke Kreaturen, die an Wänden rumkraxeln, als gäb’s keine Schwerkraft.
Okay, fassen wir kurz zusammen: Wir haben eine Art Entführung bzw. eine Irrfahrt, die sich erst allmählich als Entführung entpuppt. Das erinnert stark an SHUTTLE. Dann an Wänden kraxelnde, Menschen fressende Kreaturen – eindeutig DESCENT.
Und doch kommt hier alles anders als gewohnt. Ich glaube nicht zu viel zu verraten, wenn ich preisgebe, dass es sich bei den gefräßigen Klettermaxen um so etwas wie Vampire handelt. Ruft euch die Vampire aus 30 DAYS OF NIGHT ins Gedächtnis und ihr wisst, was hier abgeht.
Tja, und mehr gibt’s über den Film bzw. über ¾ des Films nicht zu berichten. Die Cliquenmitglieder sterben weg wie die Fliegen. Schon bald gibt es nur noch zwei Überlebende. Diese spielen das alte Spiel vom Verstecken, Flüchten und sich mehr schlecht als recht der Angreiferschaft zur Wehr zu setzen. Es werden ein paar wirklich gut sitzende Schocks geboten. Ein klein bisschen Gore gibt es auch. Und das war’s im Großen und Ganzen.
Nein, natürlich war’s das nicht, zumindest nicht ganz. Die Story enthält noch so etwas Ähnliches wie einen Twist. Eingesessenen Filmhasen spüren dies schon recht früh kommen. Weil ich nicht spoilern will, belasse ich es bei Folgendem: das Finale enthält eine Überraschung. Diese überrascht, ist jedoch ziemlicher Quatsch.
Resümee:
Die erste halbe Stunde unterhält überaus gut. Ab der Ankunft im Schlachthaus geht’s bergab. Das Verstecken und Flüchten der beiden letzten Überlebenden ist altbacken und langweilt regelrecht. Das Finale hätte man sich für einen eingangs derart ernsten Film definitiv anders gewünscht. Ebenso hätte dem Film mehr Gore überaus gut getan.
Fazit:
FEAST in unlustig? 30 DAYS OF NIGHT in `ner alten Lagerhalle? – Die Vergleiche hinken.
Insgesamt ein nur mäßig berauschendes Horrorvergnügen vom Regisseur von MANHUNT BACKWOODS MASSACRE.