Amber hat keinen Bock mehr auf die Kleinstadt und in ihrer Clique wird gemunkelt, dass die Großstadt viel mehr zu bieten hat. So dauert es nicht lange und der jungen Frau steht eine Wohnungsbesichtigung im urbanen Ballungsraum bevor. Und weil ihre Freunde auch was erleben wollen, fahren eben gleich alle mit. Drogen und Alk hat man genug eingepackt, leider scheint das Abenteuer mit Aussetzen des Wagens schon nach wenigen Kilometern ein jähes Ende zu finden. Doch hat die Gruppe Glück und wird von einem zuvorkommenden Trucker mitgenommen, der auf der Ladefläche seines LKWs ausreichend Platz für alle bietet.
Prowl bietet eigentlich alles an, was man von einem Horrorfilm verlangt. Die abgelegene Location des alten Schlachthofes, ein halbes dutzend Teenie Opfer mit seinen meist debilen Dialogen, ein Satz Monster das erst spät zu sehen ist und sich dann als Vampire entpuppt, alles Zutaten zu einem klassischen Hasch-mich-Grusler.
Allzu viel weiß Regisseur Patrik Syversen nicht damit anzufangen. Das ständige Dunkel und die zittrige Kamera nerven irgendwann. Die Angriffe sehen viel zu zahm aus und recht schnell stellen sich die beiden letzten überlebenden Mädels heraus, die sich dann gefühlte Ewigkeiten eine muntere Hatz durch alle Winkel des Gebäudes. Viel Budget lag offensichtlich nicht vor, mehr als das Innere des Trucks und die alte verlassene Schlachterei gibts nicht zu sehen.
Am interessantesten ist allerdings noch der Anfang, wenn sich der vermeintlich freundliche Trucker als ganz und gar nicht freundlich erweist, der Angstfaktor steigt als die eingeschlossenen merken, das sie ein unbekanntes Ziel haben und der Kumpel der vorne mitfuhr nicht mehr zu erreichen ist. Das hat schon etwas bedrohliches, was sich dann aber relativ zügig wieder legt, wenn dann eben die Monsterroutine einsetzt. Wie man das richtig macht hätte Herr Syversen ruhig mal bei 30 Days of Night abkupfern können.
Der Film an sich ist bestenfalls Durchschnitt, hätte aber durchaus besser ausfallen können. Der typische 08/15 Slasher eben, ohne den entscheidenden Kick oder wenigstens ausgefallenen Gegnern.
5/10