Inhalt:
Japan..., im Jahre 1844 (christlicher Zeitrechnung). Seit der Schlacht von Sekigahara im Jahre 1600 und der Auslöschung des Clans Toyotomi Hideyoshi´s im Jahre 1603, herrscht das Shogunat der Tokugawa..., und die Krise des Shogunats spitzt sich immer mehr zu.
Der Halbbruder des aktuellen, schwachen Shoguns..., Matsudaira Naritsugu (Goro Inagaki), ist ein schwer verhaltensgestörter und überaus grausam-sadistischer Fürst.
Menschen werden von ihm brutal gequält und misshandelt, und nicht selten vestümmelt und getötet. Naritsugu schickt sich sogar an, seine Macht noch weiter auszubauen, nach dem Shogun der mächtigste Mann Japan´s zu werden..., und den fragilen Frieden im Reich zu beenden.
Dem muss Einhalt geboten..., und der Fürst muss aus dem Weg geräumt werden, dies ist einem Mitglied des einflussreichen Ältestenrats, Lord Doi, bewusst.
Er beauftragt seinen Vertrauten... Shimada Shinza (Koji Yakusho), nachdem eine Frau, der alle Gliedmaßen und die Zunge von Naritsugu abgerissen wurden vorgeführt wird, getreue Kämpfer um sich zu versammeln.
Zudem soll eine Strategie erarbeitet werden..., den Fürsten und seine Leibgarde in eine Falle zu locken, und Naritsugu zu töten.
Shinza bewegt sich auf dünnem Eis..., ist dies doch Hochverrat!
Doch gelingt es ihm, 12 entschlossene Samurai und Ronin um sich zu sammeln, die zu allem bereit sind.
Shinzas Gegenspieler ist der Anführer der Leibgarde Naritsugu´s, der Samurai Hanbei. Dieser steht absolut loyal zu seinem Herrn, wie es die Ehre eines Samurai gebietet..., selbst wenn sein Herr ein schlechter ist, was Hanbei wohl klar ist.
Als Naritsugu mit seinen Männern Edo verlässt..., um in seine Stamm-Provinz Akashi zurückzukehren..., sehen Shinza und seine Gefolgsleuten ihre Chance gekommen.
Nach einigem Taktieren, Belauern und Fintieren..., kommt es in einem von Shinza und seinen Männern zur Festung umgebauten Dorf zur alles entscheidenden, gewaltigen Schlacht...!
Ein brutaler, überaus blutiger Show-Down, ein Kampf um Leben oder Tod....
Fazit:
Wow, was für ein gewaltiger, super-actiongeladener, auch beklemmend-düsterer, den Zuseher auch wenig ersparender Sushi-Eastern, den Regisseur Takashi Miike im Jahre 2010 in Japan realisierte.
Eine relativ einfache Story, 13 Samurai stellen einen grausamen Fürsten und dessen Leibgarde..., es kommt nach einigem Fintieren zur gewaltigen, lang andauernden Super-Schlacht, einem Schlachten-Gemälde und -Gemetzel das seines Gleichen sucht.
Sehr spannend..., gleichwohl auch wieder subtil-gemächlich aufgebaut -wie es in Jidai-Geki-Filmen und Chanbaras so üblich ist-, erzählt Takashi Miike diese Geschichte..., um alles in eine Mega-Schlacht mit allen Schikanen münden zu lassen.
Würdevolles Handeln von Samurais und gar Ronins..., die ihrem Gewissen unterworfen sind, einer grausamen Despotie ein Ende zu setzen..., doch sind auch brüchige Charaktere darunter, auch Männer die vom Schicksal gebeutelt sind und nichts mehr zu verlieren haben.
Doch mit tieferen Charakter-Zeichnungen hält sich Miike nicht auf, schlüssig, geradlinig soll alles in die Mega-Action führen..., und doch ist "13 Assasins" auch ein visuell ansprechender Chanbara, Hochglanzbilder, und bildkompositorisch besticht auch dieser Film des Jidai Geki-Genres, welches die Vergangenheit Japans mit seinen Samurais, die immer noch ein Mythos umgibt, beleuchtet.
Goro Inagaki spielt den geistig gestörten, sadistischen Villain..., stoisch, kalt. Man kann nur den Kopf als Betrachter schütteln..., ein derart grausamer Bösewicht, der derartig abartige und perverse Sado-Neigungen hat, sowas hat man noch nicht erlebt, auch als Eastern- und Chanbara-Fan.
Hier erspart denn Regisseur Miike dem Zuseher herzlich wenig..., um eben auch drastisch vorzuführen, mit wem wir es hier zu tun haben.
Koji Yakusho ist sein Gegenspieler..., ein zwar verantwortungsvoller Samurai..., der sich klar darüber ist, das gehandelt werden muss. Doch auch er wirkt, wie seine Mitstreiter, brüchig in seiner Veranlagung. Die Krise die das Shogunat Mitte des 19. Jahrhunderts erfasst hatte, ist ihm scheinbar bewusst..., und wie schwer es ist, da gegenan zu gehen.
Doch es gelingt seiner Figur, die Dinge auf die Reihe zu bekommen, durchzuziehen..., und schlussendlich absolut konsequent zu sein.
Nur mit brutaler Gewalt, kann das Böse hier ausgemerzt werden... nur Töten... kann das Schlechte hier vernichten. Zerreißt dies unsere Helden? Ansätze dazu sind da..., so mein Eindruck als Betrachter.
Interessant ist die Figur des "Hanbei", ein mir namentlich leider nicht geläufiger Darsteller. Er wirkt noch mehr hin- und hergerissen..., ihm ist klar, sein Fürst ist ein abgrundtief böser, brutaler Sadist. Doch Hanbei ist ein Samurai..., unbedingte Loyalität und Treue zu seinem Herrn, ist die absolute Pflicht eines Samurai, dieser Ehrenkodex zeichnet den Samurai als solchen aus.
Davon will und kann Hanbei nicht im Geringsten abweichen, und so ist Hanbei der brüchigste Charakter im Figuren-Spektrum dieses Streifens.
Was bleibt ist die Gewalt. Und was für Kämpfe werden uns hier geboten..., und was für eine Mega-Schlacht, die wohl rund eine halbe Stunde andauert.
Kernige, rasante und ja auch -wie stets im Chanbara- etwas hastige Schwert- und Stock-Fights. Blutig einmal mehr natürlich..., es sind knallharte Kämpfe, intensive, kompakte Action.
Die Schlacht am Ende, sucht ihres Gleichen...,ein wahres Action-Inferno..., eine Fight-Sequenz jagt rastlos die nächste..., eine Orgie der Gewalt.
Ein Dorf ist zur Festung ausgebaut..., mit Sprengstoff-Fallen, bewegliche "Gatter" können Teile der feindlichen Truppe separieren, und gewaltige, aufwändig konstruierte "Rampen" dienen dazu, den Feind auch vorteilhafter "von oben" zu bekämpfen.
Das alles ist schnell geschnitten..., und wie im Rausch ist dieses Mega-Inferno einer Schlacht 13 vs 200 in Szene gesetzt..., das Ende ist so blutig wie düster, man ist als Zuseher am Ende selbst etwas "fertig", ..."wie erschlagen" hätte meine Frau Mutter gesagt.
"13 Assassins" ist ein Action-Hammer..., kein Epos, gleichwohl er anfangs so wirkt..., es ist ein Actioner, blutig, mit extremer Action, brutalen Bildern die mitunter verstörend sind..., brüchigen Figuren intensiv agierender Darsteller, sowie auch gelungen fotographierten Bild-Kompositionen.
Sushi-Eastern-Fans kommen auf ihre Kosten.
9/10.