Review

I Spit On Your Grave (USA 2010)


Mit I spit On Your Grave ist 2010 abermals ein Klassiker, wenn nicht sogar der Klassiker des Rape 'n Revenge Genres, als Remake zum Leben erweckt worden. Was bei The Hills Have Eyes, The Last House On The Left und zuletzt auch bei Mother's Day mal gut und mal weniger gut funktioniert hat, wollte man nun auch bei Day of the Women, so der Alternativtiel des Films, wissen.

Jennifer Hills, eine junge Schrifstellerin, ist auf dem Weg zu einem abseits gelegenem Haus um in aller Einsamkeit und Ruhe ein Buch zu schreiben. Als sie sich verfahren hat und an einer Tankstelle halt macht um nach dem Weg zu fragen, wird sie von dem Tankwart belästigt.Gekonnt schafft sie es aber, sich aus der Affäre zu ziehen. Als sie das Haus am Mockingbird Trail erreicht, beginnt sie auch gleich mit ihrer Arbeit. Nach einiger Zeit im Haus, geschehen aber einige merkwürdige Dinge, die die Neugier der Autorin weckt. Was anfänglich nichts zu sein scheint, wird schnell zu einem Alptraum, denn der Tankwart Johnny und seine 3 Freunde statten ihr ungebten einen Besuch ab und haben nicht vor, schnell wieder zu gehen. Ab diesem Zeitpunkt muss Jennifer um ihr Leben fürchten und hofft vergebens auf Hilfe. Doch die wird nichteinmal die Polizei ihr zugute kommen lassen...

Der Film beginnt gemächlich, fast schon belanglos. Man sieht Jennifer im Haus mit einigen Problemchen konfrontiert und außerdem die vier Jungs, wie Sie sich die Zeit mit Angeln und allerlei Unsinn vertreiben. Bis es zur ersten körperlichen Konfrontation kommt, vergehen gute 40 Minuten. Bis es aber soweit ist, erwartet man einen sehr harten und konsequenten Film. Letzteres ist er sicher, jedoch lediglich bezugnehmend auf die Rache seitens der Hauptakteurin. Denn grafisch übermäßig hart oder gar tabubrechend finde ich den Film nicht. Zudem ist I Spit On Your Grave extrem vorhersehbar. Es gab viele Momente im Film, wo man ganz genau wusste, was nun als nächstes passiert.

Dass der Sherrif ein Wichser ist und der Bande beim Vergewaltigen der zierlichen Jennifer hilft, hat man beim ersten Kontakt direkt erahnen können.

Leider nehme ich niemandem (Sarah Butler mal ausgenommen) seine Rolle so richtig ab. Vor allem der fette Typ mit dem Kopftuch will überhaupt nicht in einen Horrofilm passen in dem es um so rohe Gewalt geht. Auch der Kopf der Bande, Johnnie, verkörpert mir entschieden zu wenig Schlechtigkeit, als das man ihn ernst nehmen könnte.

Einzig der Polizist lässt bisweilen eine psychopatische Persönlichkeitsstruktur erknennen, die zu solchen Taten befähigt. (Nicht zuletzt durch die Tatsache, dass er eine Tochter hat und eine Frau zuhause auf ihn wartet, die eine weiteres Kind in ihrem Bauch trägt.)

Dieses aber eben auch nicht immer. Der Gruppe aus The Last House On The Left, nahm ich das gewalttätige Treiben sehr viel eher ab.

Der „Rape-Part“ war auch nicht unbedingt das, was ich erwartete. Versteht mich nicht falsch, aber ein Schlag in den Magen sieht anders aus. Irrerversibel nimmt für mich da immernoch die unangefochtene Postion an der Spitze ein. Die Gewalt im Racheakt war ok. Dafür, dass der Film gerade über seine Gewaltdarstellung derart gepusht wurde, aber dennoch, wie gesagt, eher mau.
 
Das Abschneiden oder entfernen gewisser Körperteile hört sich im ersten Moment hart an, ist dann aber grafisch nicht annähernd so hart umgesetzt worden.

Was mich auch etwas gestört hat, waren die doch zahlreichen Logikschnitzer, die sich der Film erlaubt.

Ich musste mich doch öfters fragen, wie denn eine derart geschändete (und zierliche) Frau noch imstande ist, fünf starke Männer gekonnt und mit einer gewissen Technik zu fesseln um sie dann zu töten. Wie schafft sie es zum Beispiel, den ohnmächtigen Andy über die Wanne zu heben und ihn dann auch noch so zu fesslen, dass er sich nicht befreien kann? Oder selbiges am Ende mit dem Sherrif?

Und trotz dieser ganzen Punkte, die nich ganz astrein waren, ist der Film durchaus ansehnlich.
Also, auf der Habenseite steht: Sarah Butler (die mir sehr gut gefallen hat) Außerdem finde ich ISOYG hübsch gefilmt. Da für die US Blu Ray ein anderes Farbmaster zugrunde liegt, dass dem Film einen dunkleren, rauheren touch verleiht, würde ich mir eher diese holen. Allerdings macht mir der RC da wiedermal einen Strich durch die Rechnung. 25 oder mehr Euro wäre mir der Film in seiner ungeschnittenen deustchen Pracht auch nie wert. Da kann man, so man sich nicht an der englischen Sprache stört, ordentlich Geld mit einem anderen Release sparen. Allerdings ist die britische VÖ um 20 Sekunden im „Rape-Part“ gekürzt.
Für mich sind und bleiben jedoch LHOTL und THHE die besten Remakes der letzten Jahre.
6-7/10 Punkten

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